Es gab in den ersten Jahren lediglich zwei
Züge täglich nach Berlin.
Das Passieren der Zonengrenze in Helmstedt
war anfangs überaus strapaziös. Alle Passagiere hatten an
der Grenzstation den Zug zu verlassen und sich mit Gepäck
auf dem Bahnsteig zur Kontrolle durch die Sowjets aufzustellen.
Es wurden Papiere und Gepäck untersucht, wobei man Glück haben
konnte und kaum kontrolliert wurde.
Es konnte aber auch sein, daß man zur
Leibesvisitation in eine Baracke gebeten wurde und der Zug
zwischenzeitig abfuhr. Der Zurückgebliebene hatte auf den
nächsten Zug zu warten. Die Auswahl war willkürlich - ein
Grinsen des Reisenden konnte entscheiden, ob man der weitergehenden
Kontolle unterzogen wurde.
Der leere Zug wurde innen und außen gründlich
untersucht. Einen Fahrplan gab es eigentlich nicht, weil die
Dauer der Kontrolle völlig in der Hand der Grenzsoldaten war.
Westbürger konnten die Eisenbahnfahrkarte nur bis zur Grenze
lösen. Für die Fahrt durch die junge DDR mußte gesondert bezahlt
werden. Fahrpreisermäßigung, die man auf Weststrecken vielleicht
beanspruchen konnte, galten für die Oststrecken natürlich
nicht.