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Die
neuen Verkehrsmittel und ihre Wirkung |
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1837
von Friedrich List |
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Durch
die neuen Transportmittel wird der Mensch ein unendlich glücklicheres,
vermögenderes, vollkommeneres Wesen. Er, dessen Thätigkeit
und Kraft zuvor auf einen engen Kreis beschränkt war, vermag
sie nun auf ganze Länder und Meere und auf entfernte Welttheile
auszudehnen, und eine Masse von Wohlthaten, die bis jetzt nur Wenigen
zu Theil geworden, werden durch sie dem ganzen Publicum in einem weit
vollkommeneren Grade erreichbar. Man verliert sich in’s Unendliche,
wenn man über die Wirkungen und Wohlthaten dieser Göttergeschenke
nachdenkt; sie erstrecken sich auf alle menschlichen Zustände,
von den tausend kleinen der Individuen und Familien, bis auf die grossartigen
ganzer Völker und Länder, bis auf die Interessen der gesammten
Menschheit. |
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Wie
vieler Kummer wird nicht erspart, wie viele Freuden werden nicht gewonnen,
wenn entfernte Verwandte und Freunde sich mit Blitzesschnelle von
ihren Zuständen und Begegnissen Nachricht geben können,
und ihnen das Wiedersehen um so viel leichter erreichbar ist. |
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Wie
viele Schmerzen werden nicht gestillt, wenn auch der minder Bemittelte
durch Zerstreuung und Luftveränderung, durch die regelmässige
und sanfte Bewegung der Dampfwagen, durch die Reisen nach einer Heilquelle
oder in’s Seebad, durch Versetzung in ein milderes Klima oder in die
frische Bergluft die verlorene Gesundheit, ohne die er sich und seiner
Familie den Lebensunterhalt nicht zu erwerben im Stande ist, für
eine Reihe von Jahren wieder restauriren kann, während er bei
den jetzigen Transport-Verhältnissen aus Mangel an Mitteln, oder
weil er die Beschwerlichkeiten der Reise, zumal das Nachtfahren, nicht
ertragen kann, mit seiner Familie elendiglich verkümmern muss. |
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Wie
vieler Sorgen werden nicht die Eltern überhoben, wenn ihnen nun
ein so weiter Kreis eröffnet ist, um den Kindern, die ihren Vermögensumständen
und Wünschen und den Anlagen und Neigungen der Kinder entsprechende
Bestimmungen zu geben. |
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Um
wie viel leichter werden Diejenigen, die in ihrer Heimat kein zureichendes
Auskommen finden und die hier dem gemeinen Wesen zur Last fallen,
sich und ihre Familien in andere Gegenden, Länder und Welttheile
versetzen, um dort eine neue und glücklichere Existenz zu gründen. |
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Wie
unendlich wird die Cultur der Völker gewinnen, wenn sie in Massen
einander kennen lernen und ihre Ideen, Kenntnisse, Geschicklichkeiten,
Erfahrungen und Verbesserungen sich wechselseitig mittheilen. Wie
schnell werden bei den cultivirten Völkern Nationalvorurtheile,
Nationalhass und Nationalselbstsucht besseren Einsichten und Gefühlen
Raum geben, wenn die Individuen verschiedener Nationen durch tausend
Bande der Wissenschaft und Kunst, des Handels und der Industrie, der
Freundschaft und Familienverwandschaft mit einander verbunden sind.
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Quelle:
Stammbuch der neueren Verkehrsmittel. Eisenbahnen, Dampfschiffe, Telegraphen
und Luftschiffe. Eine Sammlung von Liedern und Gedichten, Aufsätzen
und Schilderungen.Herausgegeben von C. Löper. Lahr: Verlag Moritz
Schauenburg 1881. |
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SW: Verkehr,
Transport, Geschichte, Unterricht, Bildung, Schule, Arbeitslehre,
Sachunterricht, Technik, Eisenbahn, Schienenverkehr, Lokomotiven,
Bahnhöfe, Nahverkehr, Fernverkehr, Berufe, Augenzeugen, Industrialisierung,
Eisenbahngeschichte, Verkehrsgeschichte, Technikgeschichte, Medienerziehung,
Quelle, Dokument, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt |
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© 2003 Verkehrswerkstatt.de
Dr. Helmut Meschenmoser
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aktualisiert: 29.10.2003 |
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