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Die
beiden Stephenson
Untertitel |
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1869
von M. M. von Weber |
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Zu
den Generationen bedeutender Techniker gehört der Name Stephenson,
den ein grosser Vater dem grossen Sohne mit gleicher Kraft des Geistes
vererbte. Die Keime, die das Genie des Vaters trieb, hat das des Sohnes
mit gleicher Energie kraftvoll entwickelt. Wir sehen in den verschmolzenen
Existenzen dieser beiden Männer einen jener in der Entwickelungsgeschichte
der Menschheit so seltenen Fälle, wo das Regiment der Welt es sich
gleichsam zum Vorwurf gesetzt zu haben scheint, eine grosse Erfindung
durch Licht und Wärme eines Genius vom Samenkorn bis zur Blüthe zu
treiben und, da hierfür die Leistungskraft eines Menschenwirkens nicht
ausreichte, dieselbe schon im nächsten Nachkommen zu repetiren. Beide
Stephensons, Vater und Sohn, sind Geister jener festen, klarblickenden,
reinwaltenden Art, die der Engländer gern als die seinem Volk specifisch
eigene betrachtet und mit dem stolzen Namen „starker angelsächsischer
Geist“ bedeutsam kennzeichnet. Das, was von Eisenbahnen vor der That
des älteren Stephenson existirte, war weniger eine Basis für sein
Schaffen, als ein Vorspiel für dasselbe. Die Eisenbahn wurde erst
zum Rüstzeug des Geistes der Civilisation durch die Erfindung der
schnellen Locomotive. |
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Mit
den langsam dahinkriechenden „Puffing Billy’s“ der alten nordenglischen
und schottischen Kohlenbahnen wäre sie ewig nichts als höchstens ein
nützliches Lastthier der Industrie geblieben. |
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Georg
Stephenson, der Vater, erdachte die Locomotive, die den Menschen fünf
Mal schneller durch die Welt trug, als er sich vordem jemals bewegt
hatte – und mit einem Schlage schrumpften die trennenden Distanzen
in der materiellen wie in der Geisterwelt auf ein Fünftel zusammen;
das Leben wurde länger, die Lebenskreise grösser, die Grenzen weiter. |
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Robert Stephenson, der Sohn, verdoppelte die Eilkraft
des Apparats seines Vaters, verzehnfachte seine Fähigkeit, Lasten
zu bewegen – und die dauernde Hungersnoth verschwand aus der civilisirten
Welt, die Völker strömten ineinander, der Krieg erhielt neue humanere
Formen, der unermessliche Wagenzug, der aus der Provinz der Kohlen
Wärme in die Provinz des Getreides geführt hatte, trug Brod aus
dieser in jene zurück. Die menschliche Existenz trat in eine neue
Phase, in deren Anfang wir uns erst befinden. ...
(„Werke und Tage“, gesammelte Aufsätze. Weimar
1869.)
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Quelle:
Stammbuch der neueren Verkehrsmittel. Eisenbahnen, Dampfschiffe, Telegraphen
und Luftschiffe. Eine Sammlung von Liedern und Gedichten, Aufsätzen
und Schilderungen.Herausgegeben von C. Löper. Lahr: Verlag Moritz
Schauenburg 1881. |
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SW: Verkehr,
Transport, Geschichte, Unterricht, Bildung, Schule, Arbeitslehre,
Sachunterricht, Technik, Eisenbahn, Schienenverkehr, Lokomotiven,
Bahnhöfe, Nahverkehr, Fernverkehr, Berufe, Augenzeugen, Industrialisierung,
Eisenbahngeschichte, Verkehrsgeschichte, Technikgeschichte, Medienerziehung,
Quelle, Dokument, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt |
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Dr. Helmut Meschenmoser
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aktualisiert: 29.10.2003 |
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