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Eisenbahn: Lexikon
 
Lexikon - Eisenbahn und Schienenverkehr
 
A
Abblasrohr
Senkrechtes Rohr im und unterhalb des Schornsteins einer Dampflok. Der aus den Zylindern ausströmende Dampf und der Rauch des Feuers werden hierdurch abgeblasen. In der Rauchkammer entsteht dadurch ein Unterdruck, der für den richtigen Zug des Feuers sorgt. Aus: Holland, Erlangen 1999.
B Bauart und Achsfolge
1= eine im Hauptrahmen gelagerte Laufachse
1'= eine vom Hauptrahmen unabhängige Laufachse
2'= zwei, in einem Drehgestell vereinigte Laufachsen
A= eine angetriebene Achse im Hauptrahmen
B= zwei miteinander gekuppelte Antriebsachsen im Hauptrahmen
C= drei miteinander gekuppelte Antriebsachsen im Hauptrahmen
D= vier etc.
B'= zwei miteinander gekuppelte Treibachsen, die in einem Drehgestell laufen
Bo= zwei einzeln angetriebene Achsen in einem Rahmen
Bo'= zwei einzeln angetriebene Achsen in einem Triebgestell
B'B'= je zwei miteinander gekuppelte Treibachsen in zwei verschiedenen Drehgestellen
Aus: Schleich/ Steingaß, Brilon 1999.
  Beispiele (o=Laufachse, O=Treibachse):
1A1 oOo (Adler)
2B ooOO (Die General USA)
2'C1' ooOOOo (BR 01)
2C2 ooOOOoo (Hudson J-3a USA)
1'D1' oOOOOo (BR 41)
2DD2 ooOOOOOOOOoo (Big Boy USA)
 
Bei Dampflokomotiven wird nach der Angabe der Radsatzanordnung vermerkt:
- die Dampfart (h=Heißdampf, n=Naßdampf),
- die Zahl der Zylinder,
- die Art der Dampfdehnung (ohne Zeichen=einfach Dampfdehnung, v=Verbundwirkung).
Bei Tendern folgt nach der Angabe der Radsatzanordnung der Buchstabe "t" und das Fassungsvermögen des Wasserkastens in m³.
Aus: Rossberg, Düsseldorf 1988.
 
Baureihenbezeichnungen bei Dampflokomotiven
Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) führte 1925 Baureihenbezeichnungen ein:
01 bis 19 Schnellzuglokomotive
20 bis 39 Personenzuglokomotive
40 bis 59 Güterzuglokomotive
60 bis 79 Schnellzug- und Personenzugtenderlokomotive
80 bis 96 Güterzugtenderlokomotive
97 Zahnradlokomotive
98 Lokalbahnlokomotive
99 Schmalspurlokomotive
Aus: Rossberg, Düsseldorf 1988.
 
C  
D
Dieselelektrischer Antrieb
Antriebssystem, bei dem Dieselmotoren elektrische Generatoren antreiben, die Strom erzeugen und damit wiederum Elektromotoren antreiben, die eigentlichen Antriebsmotoren. Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
DB (Deutsche Bahn AG)
Am 1. Januar 1994 wurde die Deutsche Bahn AG (DB - ehemals Deutsche Bundesbahn) gegründet. Das Unternehmen übernahm von der Deutschen Bundesbahn als auch von der Deutschen Reichsbahn alle Triebfahrzeuge.
 
DR (Deutsche Reichsbahn)
Die Deutsche Reichsbahn (DR) war die Eisenbahngesellschaft der ehemaligen DDR von 1945 bis 1993.
 
Drehscheibe
Auf einer Scheibe montierte Gleise, die das Drehen und Versetzen von Lokomotiven ermöglicht. Insbesondere Dampflokomotiven mußten früher gedreht werden, da einige von ihnen nicht so schnell rückwärts fahren konnten.
E
Eisenbahngeschichte
Siehe Epochen der deutschen Eisenbahngeschichte, Historische Entwicklung mit ökonomischer Perspektive in sechs Epochen von Prof. Dr. Gerhard H. Duismann, Lübeck 2000.
F
Feuerbüchse
Teil einer Dampflok, wo der Brennstoff verbrannt wird.Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Feuerrost
Teil der Feuerbüchse, wo das Feuer brennt und die Schlacke abfällt. Aus: Holland, Erlangen 1999.
H
Heizer
Der Heizer einer Dampflok muß für den regelmäßigen Brennstoffnachschub sorgen und dem Lokführer zur Hand gehen. Aus: Holland, Erlangen 1999.
I
Indizierte Leistung = PSi
Bei Dampflokomotiven ist die Leistung in PS im Zylinder angegeben; diese ist höher als die "effektive" Leistung am Zughaken, da die Lokomotive Leistung benötig, um ihren eigenen Fahrwiderstand und die Reibungsverluste im Triebwerk zu überwinden (PSe = Leistung am Zughaken). Aus: Schleich/ Steingaß, Brilon 1999.
K Kennzeichnung der Triebfahrzeuge ab 1.1.1968
0= Dampflokomotive
1= Elektrolokomotiven
2= Brennkraftlokomotiven
3= Kleinlokomotiven aller Antriebsarten
4= Elektrotriebwagen
5= Akkutriebwagen
6= Brennkrafttriebwagen
7= Schienenbusse und Diensttriebwagen
8= Steuer-, Bei- und Mittelwagen zu Elektrotriebwagen
9= Steuer-, Bei- und Mittelwagen zu Brennkrafttriebwagen
Aus: Schleich/ Steingaß, Brilon 1999.
 
Kessel
Teil der Dampflok, wo das Wasser verdampft wird und sich ein hoher Dampfdruck aufbaut. Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Kesseldruck
Dampfdruck im Kessel einer Dampflok. Er beträgt bei einem Hochdruckkessel bis zu 16 atü. Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Kuhfänger
Im amerikanischen Mittelwesten besaßen die Dampfloks vorn große Gitter zum Schutz vor Vieh, da es früher kaum abgezäunte Weiden gab. Aus: Holland, Erlangen 1999.
P
Pleuelstange
Stange einer Dampflok, die die Kraft vom Zylinder auf die Triebräder übertragt. Aus: Holland, Erlangen 1999.
R
Radsatz-Anordnung
Siehe unter Bauart und Achsfolge.
 
Rauchkammer
Vorderer Teil einer Dampflok, wo sich Dampfzuleitungsrohre, Abblasrohr und Schornstein befinden. Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Regler
Ventil einer Dampflok, mit dem die Dampfmenge zu den Zylindern und damit die Geschwindigkeit geregelt werden kann. Aus: Holland, Erlangen 1999.
S
Sandstreuer
Um das Durchdrehen der Räder auf nassen Schienen zu vermeiden, wird vor die Triebräder Sand gestreut. Meist geschieht das automatisch.[vgl. G 2000 von Vossloh] Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Schleifkontakt
Stromzufuhr für die Lok über einen Kontakt am Boden, der über ein Stromgleis schleift. Dieses System ist in den meisten U-Bahnen verbreitet. Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Spurweite
Abstand der beiden Schienen eines Gleises. Spurweite von mehr als 1.435 mm heißt Normalspur (in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion teilweise 1.524 mm). Spurweite von weniger als 1.435 mm, früher auf Neben- und Gebirgsbahnen üblich, heißt Schmalspur (BR 99). Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Stromsystem
In den einzelnen Ländern gibt es unterschiede in der Spannung und der Art des Stroms (z.B. in Deutschland 15.000 Volt Wechselstrom und in Belgien 3.000 Volt Gleichstrom). Aus: Holland, Erlangen 1999.
T
Tender
Teil einer Dampflok, in dem Wasser und der Brennstoffvorrat (Öl, Kohle) mitgenommen wird, bei großen Dampfloks als Schlepptender angehängt. Aus: Holland, Erlangen 1999.
 
Tenderlok
Kleine Dampflok mit Tender am Kessel oder direkt hinter dem Führerstand (BR 94), ohne Schlepptender, früher auf Nebenbahnen oder zu Rangierzwecken im Einsatz. Aus: Holland, Erlangen 1999.
V
Verbunddampflok
Dampflok mit parallel oder hintereinander geschalteten Zylindern, was eine bessere Ausnutzung des Dampfdrucks ermöglicht. Aus: Holland, Erlangen 1999.
Z
Zylinder
Teil einer Dampflok, in dem die Kraft des Dampfdrucks in eine Hin- und Her-Bewegung umgewandelt wird. Aus: Holland, Erlangen 1999.
 

 

verwendete Literatur Holland, Julian: Züge, Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Erlangen 1999 (Origiginalausgabe: Trains, Oxford).
  Rossberg, Ralf Roman (Hrsg.): Deutsche Eisenbahnfahrzeuge, Von 1838 bis heute, Düsseldorf 1988.
  Schleich, Herbert; Steingaß, Heribert: Berühmte Deutsche Lokomotiven, Brilon 1999.
  SW: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Lokomotive, Lok, Physik, Technik, Konstruktion, Begriffe, Lexikon, Glossar, Unterricht, Schule, Bildung, Verkehrswerkstatt, Deutschland
  

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aktualisiert: 29.10.2003

 

 

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