Kinder machen Kunst mit Medien | children making arts with media
Kinder machen Kunst mit Medien

alle Projekte
Start
Projektidee
Strukturieren
Fotografieren
Werben
Digitale Medien
Die andere Sichtweise
Filmen
Ausstellen
Fazit
Brillenfotos
Tagebuchseiten
 
Dokumentation als pdf (391 KB)
 
Impressum
Begegnungen auf Augenhöhe
Daniel Stephan
Projektidee

Was sehen wir? Was sehen andere? Mit diesen scheinbar einfachen Fragen beschäftigten sich vier Schüler der Arno-Fuchs-Schule zwei Monate lang. Manche werden sich fragen, wie man mit so einem Thema mehrere Wochen arbeiten kann. Hat nicht jeder zwei Augen? Egal wer? Also sieht doch auch jeder Mensch das gleiche. Zumindest, wenn man nicht farben- oder auch gänzlich blind ist. Doch das Ziel war ein anderes als das bloße „Sehen von Dingen“.

Mit Hilfe digitaler Foto- und Videokameras versetzten sich die vier in die Sehwelt ihrer Mitschüler. Alle haben unterschiedliche Augenhöhen, zum einen bedingt durch ihre Größe, zum anderen aber auch bedingt durch ihre Körperhaltung oder auch das Sitzen im Rollstuhl, wie es bei einer Schülerin der Fall ist. Durch das Projekt sollten sie gegenseitig ihre physischen Augenhöhen mit Hilfe der digitalen Technik erforschen, sich aber dadurch auf sozialer Ebene mit anderen „Größeren“ und „Kleineren“ identifizieren, sich in sie hineinversetzen, andere Perspektiven kennen lernen, Mitmenschen akzeptieren und sich selbst reflektieren. Ferner sollte auch dargestellt werden, dass jeder Schüler seine eigenen ganz wichtigen Orte in der Schule hat.

Zusammenfassend geben folgende Punkte eine kurze Übersicht der einzelnen Projektschritte:

- Erlernen der Foto- und Videokamerabedienung als Grundvoraussetzung sowie Erprobung als Werkzeug zur Mitteilung eigener Eindrücke
- Aufnahme von persönlich bedeutsamen Orten in der Schule in eigener Augenhöhe
- Fotografieren aus dem Blickwinkel eines schwerstbehinderten Mitschülers, dessen Blick durch seine Spastik permanent nach oben gerichtet ist
- Aufnahmen aus allen erprobten Blickrichtungen und –höhen an einem gemeinsamen Treffpunkt
- Aufnahme von Videosequenzen beim Gang / bei der Fahrt durch die Schule
- Präsentation der Fotos und Videos in einer Installation, die die jeweilige Augenhöhe wiedergibt.

Da hatte sich das Team so einiges für die nächsten acht Wochen vorgenommen.

Doch beginnen wir am Anfang. Die Schüler mussten in das Vorhaben nach und nach eingeführt werden. Dazu gehört als Basis selbstverständlich das eigene Wahrnehmen seiner Körpergröße und die daraus resultierende Augenhöhe.
Sicher: Objektiv betrachtet macht es keinen Unterschied, ob man einige Zentimeter größer oder kleiner ist als andere. Durch die Beschaffenheit des menschlichen Auges vermögen wir durchaus sehr weitwinklig zu sehen, so dass das Gesehene nicht zwangsläufig von den unterschiedlichen Größen zweier Personen abhängt.
Doch spielte in diesem Projekt wie bereits erwähnt der soziale Aspekt die tragendere Rolle. Somit wurde die Aufgabenstellung für die Schüler vereinfacht und das Blickfeld mit Hilfe eines „Rahmens“ aus Fotopappe auf das Wesentliche reduziert. Durch diese so genannte „Brille“, welche an einem Stab in Augenhöhe befestigt wurde, konnten sie die Umgebung wie auf einem Foto betrachten. Und durch diese Einschränkung des Blickfeldes sahen sie tatsächlich unterschiedliche Dinge. Einiges blieb Größeren verborgen, was aber die Kleineren sehen konnten (z.B. wenn man vor einem Tisch steht) und anders herum. Die Anfertigung der „Brillen“ und das Erkunden der Schulumgebung dienten somit als Einführung in das Projekt. Fertig gerüstet konnten die Fotografen auf Motivsuche durch die Schule wandern, teilweise mit verwunderten oder auch skeptischen Blicken beäugt. Was soll man schon davon halten wenn man so einer Gruppe begegnet:

Email | Kinder machen Kunst mit Medien