26.03.2004
Formaler Ablauf: Fertigstellen der Geschichte - Teil I
Wir haben die Aufsätze, die die Schüler in der Deutschstunde
geschrieben hatten, überarbeitet. Die meisten Geschichten
waren noch unvollständig und mussten sowohl stilistisch als
auch inhaltlich verbessert werden. Das nahm den größten
Teil des Unterrichts ein. Am Ende der Doppelstunde haben einzelne
Schüler ihre bereits fertige Geschichte laut vor der Klasse
vorgelesen und dafür von ihren Klassenkameraden oft Applaus
bekommen.
Für jeden Schüler wurde ein Comicordner angelegt.
Anmerkungen:
In dieser ersten Sitzung hat sich, ungewollt, sprachliche Bewältigungsarbeit
im Kunstunterricht, anstatt im Deutschunterricht, abgespielt. Das
positive Feedback der Klassenkameraden zu den einzelnen Geschichten
hat viele Kinder zusätzlich für das Projekt motiviert.
Inhaltlich erzählten die Aufsätze zwar weniger "Kiez"-Geschichten,
hatten aber deutlich mit der Erfahrungswelt der Kinder zu tun (ein
Diebstahl im Kaufhaus, ein Abend allein zuhause, ein abenteuerlicher
Schulausflug etc. wurden thematisiert).
02.04.2004
Formaler Ablauf: Fertigstellen der Geschichte - Teil II
In der ersten Unterrichtsstunde wurden alle Geschichten endgültig
fertig geschrieben.
Ü
ber die Ferien sollten die SchülerInnen als Hausaufgabe drei
Situationen aus Anfang, Mitte und Schluss ihrer Geschichte verbildlichen.
Anmerkungen:
Kinder versetzten sich stark in ihre Phantasiewelt, zwei der Schüler
gruselten sich beim Erfinden ihrer Geschichte.
23.04.2004
Formaler Ablauf: Übersetzen von Text in Bildsprache
In dieser Stunde ging es darum, das Umwandeln von Wort- in Bildsprache
und umgekehrt zu erproben. In einer kurzen theoretischen Einführung
erfuhren die SchülerInnen, was ein "Panel" und was
ein "Comicstrip" ist.
Danach erhielten die Kinder auf einem Arbeitsblatt drei Panels
aus einem "Kalvin und Hobbes"-Comic, wobei die Sprechblasen
leer waren. Aufgabe war es nun, in kurzen Sätzen zu beschreiben,
welche Situation auf den einzelnen Panels dargestellt ist und die
Sprechblasen dementsprechend zu füllen. Dieser erste Teil
der Stunde nahm etwa 20 Minuten in Anspruch.
Als nächstes ging es umgekehrt darum, Wort- in Bildsprache
zu wandeln: Auf drei Arbeitsblättern fanden die SchülerInnen
24 Sätze, die aus ihren verschiedenen Geschichten ausgewählt
worden waren, und zu jedem Satz ein leeres Panel. Es galt nun acht
der beschriebenen Situationen bildlich umzusetzen. Mit dieser Aufgabe
waren die SchülerInnen den Rest der Stunde beschäftigt.
Anmerkungen:
Die in dieser Stunde gezeichneten Figuren sahen nicht sehr lebendig
aus, sondern eher wie steife Holzpuppen ohne jede Mimik oder
Gestik.
Bei den oben genannten Aufgaben, die einiges an Konzentration erforderten,
zeigte es sich, dass die SchülerInnen deutliche Disziplinschwierigkeiten
hatten. Als Konsequenz wurden die Kinder von Torsten Braunsdorf
gewarnt, vorzeitig in zwei Gruppen geteilt zu werden. Diese Drohung
sorgte für weitgehende Ruhe in der nächsten Doppelstunde.
30.04.2004
Formaler Ablauf: Gestik und Mimik
Thema dieser Doppelstunde war "Gestik und Mimik". Es
ging darum, den Schülern Gestaltungsmittel für Mimik
und Gestik im Comic sowohl theoretisch als auch praktisch zu vermitteln.
Dazu dienten zwei Arbeitsblätter. Das erste Arbeitsblatt behandelte "Mimik":
Auf fünf verschiedenen Panels war immer die selbe Figur, aber
mit jeweils unterschiedlichen Gesichtsausdrücken abgebildet.
Die Schüler sollten zu jedem Panel die dargestellte Emotion
bestimmen, und beschreiben, welche mimischen Merkmale eine bestimmte
Emotion ausmachen.
Ein zweites Arbeitsblatt zeigte acht Panels aus Micky-Maus-Comis
und einem Wilhelm-Busch-Bilderbuch. Die Kinder sollten auf die
Körpersprache der Helden achten und aus ihr die dargestellte
Situation bestimmen. Es galt auch darauf zu achten, wie viele gestische
Informationen in einem Bild gleichzeitig dargestellt werden (die
Figur geht, winkt mit der Hand und lacht gleichzeitig).
Für beide Arbeitsblätter brauchten die SchülerInnen
etwa eine halbe Stunde.
Schließlich sollten die SchülerInnen auf einem dritten
Arbeitsblatt mit drei freien Panels nochmals ihre Hausaufgabe vom
02.04. in überarbeiteter Version darstellen. Sie sollten nun
in ihren Bildern auf mehr Gestik und Mimik in der Darstellung der
Figuren achten.
Als Hausaufgabe bis zur nächsten Stunde sollten die Kinder
auf einem Arbeitsblatt mit freien Panels acht Situationen aus ihrer
Geschichte illustrieren, wobei sie auf Körpersprache und Gesichtsausdruck
der Figuren achten sollten.
Anmerkungen:
Die in dieser Stunde gezeichneten Bilder gelangen deutlich comicartiger
und lebendiger. Die SchülerInnen sind von ihrer vorherigen "Steife-Holzpuppen"-Malweise
abgekommen. Die Konzentration der Kinder war in dieser Doppelstunde
sehr hoch.
07.05.2004
Formaler Ablauf: Fertigstellen der Comiczeichnung - Teil I
In dieser Stunde sollte es darum gehen, den Comic langsam fertig
zu zeichnen. Dazu standen an diesem Freitag vier Stunden zur Verfügung,
da die ausgefallene Doppelstunde vom 14.05. heute nachgeholt wurde.
Als Vorarbeit haben die SchülerInnen ihre Texte bereits im
Deutschunterricht durch farbige Markierungen inhaltlich gegliedert.
In Form von kleinen Rollenspielen sollten die Kinder sich innerhalb
von zehn Minuten nochmals mit Mimik und Gestik auseinandersetzen
und konnten diese hier gleich am Subjekt studieren. Anhand der
Körpersprache und des Gesichtsausdruck des Darstellenden sollte
der Rest der Klasse auf den Gefühlsausdruck schließen,
den dieser darstellen wollte.
Es gab zwei unterschiedliche Herangehensweisen, um das Comic fertig
zu zeichnen, die sich aus der unterschiedlichen Arbeitsweise von
Lehrer und Künstler zufällig ergab und nicht vorher abgesprochen
war. Zufall war auch, mit welchen Kindern Lehrer bzw. Künstler
arbeiteten:
Eine Methode, die von Torsten Braunsdorf, war, die bisher gezeichneten
Panels der Arbeitsblätter und der Hausaufgaben auszuschneiden
und sie in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dabei haben die
SchülerInnen in Kleingruppen „Lücken“ herausgearbeitet,
d.h. Teile ihrer Geschichte, die noch nicht verbildlicht worden
waren. Die verbliebene Zeit nutzten sie, um diese restlichen Bilder
zu zeichnen.
Die zweite Herangehensweise war individueller Natur und betraf
nur fünf, sechs Schüler. Ausgewählt wurde eine der
drei Situationen, die die Schüler bereits gemalt hatten. Diese
eine Bildsituation wurde nun zeitlich aufgesplittet in viele einzelne
Panels. Hier sollte nun minutiös bildnerisch erzählt
werden, wie es zu dieser Situation gekommen ist, bzw. wie es ausgehend
von dieser Situation weiterging. Die SchülerInnen wurden dabei
nochmal auf Verfahren wie wechselnde Erzählperspektive und
unterschiedliche Bildeinstellungen (Totale bzw. Großaufnahme)
eine plausible, abwechslungsreiche Erzählstruktur aufmerksam
gemacht. Und sie versuchten, diese in die nun neu gezeichneten
Bildabfolgen zu bringen. Dazu erhielten die Kinder leere Panels
auf Arbeitsblättern als Vorlage.
Bei beiden Herangehensweisen wurden Comichefte ausgeteilt, von
denen sich die SchülerInnen inspirieren lassen konnten.
Anmerkungen:
Die zweite Herangehensweise eignete sich nur für Schüler,
die zeichnerisch sicherer waren. Schüler, die im Zeichnen
schwächer waren, wären damit überfordert gewesen,
sie brauchten eine langsamere Annäherung, wie sie die erste
Herangehensweise ermöglichte.
In dieser Stunde arbeiteten die SchülerInnen erstmals auch
verstärkt zusammen. Ein Schüler, dem das Zeichnen schwer
fiel, aber sich eine besonders pfiffige Geschichte ausgedacht hatte,
wurde von einem Schüler aus einer höheren Klassenstufe
unterstützt, der besonders gut Comic zeichnen konnte und deswegen
in das Projekt kurzzeitig einbegezogen wurde. Resultat dieser produktiven
Zusammenarbeit war das erste fertig gezeichnete Comic in der Klasse.
Der Schüler, dem hier geholfen wurde, sollte später als "Gastregisseur" wirken
bei weniger spannenden Geschichten einzelner Klassenkameraden.

18.05.2004
Formaler Ablauf: Fertigstellen der Comiczeichnung - Teil II
Dieser Stunde ging eine viereinhalbstündige Vorarbeit voraus,
in der es darum ging, mit Torsten alle SchülerInnenarbeiten
zu sichten und die Unterbrechungen des Erzählflusses in ihren
Geschichten aufzuspüren. Zusammen
mit Torsten haben wir diese Lücken mit inhaltlichen Varianten
gefüllt um sie den Schülern in dieser Stunde
vorzuschlagen. Wir hatten außerdem Besuch von Nanna Lüth, der Wissenschaftlichen
Begleitung vom Kubimprojekt.
In dieser Stunde wurde die Klasse in eine „analoge“ und
eine „digitale“ Gruppe aufgeteilt, d.h. Nur ein Teil
der Klasse bekam die zehn Laptops, der andere Teil sollte die Comics
mit Buntstift und unter Betreuung einer anderen Lehrkraft fertigstellen.
Von da an arbeiteten Torsten Braunsdorf und ich nur noch mit zehn
SchülerInnnen. Die anderen SchülerInnen berücksichtige
ich im Logbuch von nun an nicht mehr.
In der „digitalen“ Gruppe haben die SchülerInnen
die Zeichnungen mit Bleistift fertiggezeichnet und auf drei Din
A 4 Seiten zusammengeklebt. Dabei wurden von den Schülern
unsere inhaltlichen Anregungen zeichnerisch umgesetzt. Unterstützt
wurden wir zusätlzich von der Klassenlehrerin.
Anmerkungen:
Bei der Teilung der Klasse kam es bei der Gruppe, die im Weiteren
nicht mit den ibooks arbeiten sollte, zu Missstimmungen. Das
lag auch daran, dass wir unser Auswahlverfahren den Schülern
nicht transparent gemacht haben.
Die Zusammenarbeit zwischen den SchülerInnen funktionierte
schon sehr gut. Besipielsweise hat Emrah mit Burak Ü. Zusammengearbeitet.
Burak hat von Emrahs Impulsen sehr profitiert.Vier Schüler
haben gefehlt, so dass diese an einem seperaten Tag ihre Geschichten
fertigzeichnen müssen.
Die Teilung der Klasse hat zu Meinungsverschiedenheiten mit der
wissenschaftlichen Begleitung geführt, die die Teilung kritisierte.
1.6.2004 Arbeitsblatt Transparent
Formaler Ablauf: Übertragung der
Zeichnung auf Transparentpapier
Die Kinder haben ein Arbeitsblatt bekommen, auf dem vorgegeben
war, in welchen Schritten sie die Bleistiftzeichnung auf Transparentpapier übertragen
können. Dies war nötig, um ein besseres Ergebnis beim Einscannen
der Zeichnungen für die spätere Bearbeitung am Computer
zu erreichen.
Figuren im Vordergrund sollten dabei mit dicken, Figuren im Hintergrund
mit dünnen Linien gezeichnet werden. Vorher wurden die Bleistiftzeichnungen
der Kinder am Kopierer auf Din A3-Format vergrößert, um
den Schülern die Arbeit zu erleichtern. Die Kinder sollten außerdem
vor allem mimische Merkmale in ihrer Zeichnung noch feiner herausarbeiten.
Anmerkungen:
Einige SchülerInnen mussten ihre Bleistiftzeichnung nicht auf
Transparenzpapier übertragen, da sie bereits eine klare Formensprache
aufwiesen. Zu diesen Schülern gehörte vor allem Berra,
die als spezielle Aufgabe die Geschichte eines anderen Schülers,
Burak, der von der Aufgabe überfordert war, zu Ende gezeichnet
hat. Den weiteren Verlauf von Buraks Geschichte haben sie sich gemeinsam überlegt,
weil Burak nicht allzu viel einfiel.
15.6.2004
Formaler Ablauf: Einführung in den Umgang mit dem
I-Book

Um den Schülern das Gefühl
zu vermitteln, dass sie während des Projekts an "ihrem" eigenen
Laptop arbeiten, wurde jedes Gerät mit einem Namensschild
versehen. Anfangs ging es vor allem darum, die Kinder ein wenig
mit der neuen Technik vertraut zu machen: Den SchülerInnen
wurde über Beamer alles gezeigt, was sie schließlich
an ihrem eigenen Gerät ausprobieren konnten, so etwa das Öffnen
und Schließen von Programmen. JedeR SchülerIn hat sich
an seinem Gerät einen Ordner eingerichtet und ihn mit Vor-
und Nachnamen versehen. Nach dem Erstellen des Ordners mussten
die Kinder das Programm Photoshop-Elements starten und ihnen wurden über
Beamer nur zwei ausgewählte Werkzeuge des umfangreichen Programms
vorgestellt: Pinsel (mit Einstellmöglichkeit der Pinseldicke)
und Farbwahlwerkzeug (selbstständiges Einstellen des Farbwertes).
Nun sollten die Kinder an ihrem eigenen Gerät mittels unterschiedlicher
Farben und Pinselstärken ein Bild "malen". Dieses
sollten sie im zuvor erstellten Ordner (s.o.) abspeichern.
Anmerkungen:
Es fiel den Schülern erstaunlich leicht mit den Computern
umzugehen und die von ihnen verlangten Übungen zu bewältigen,
obwohl keines der Kinder das Programm "Photoshop-Elements" vorher
gekannt hat. Von Vorteil war sicher, dass sie alle rudimentäre
Erfahrungen hatten im Umgang mit dem Computer. Dabei waren sie
mit viel Entdeckerfreude bei der Sache. Alles Neue, das sie entdeckten,
teilten sie den Erwachsenen sofort mit.
18.6.2004
Formaler Ablauf: Einfärben des Bildhintergrunds
In achtstündiger Vorarbeit habe ich
vor dieser Stunde alle Schülerarbeiten eingescannt und jeweils
einen transparenten Strichzeichnungslayer angelegt, so dass die SchülerInnen
gleich mit ihrer Aufgabe beginnen konnten. Diese vorgefertigte Datei
habe ich den SchülerInnen jeweils in ihren persönlichen
Ordner gestellt. Die Aufgabe bestand nun darin, die Hintergründe
einzufärben mittels Pinsel und Farbauswahlpalette des in der
vorherigen Stunde vorgestellten Programms "Photoshop-Elements".
Außerdem lernten die Schüler auch das Vergrößerungs-
und Verschiebewerkzeug kennen. Am Ende wurde die Datei wieder abgespeichert.
Anmerkungen:
Zwei der Schüler, Berra und Burak, haben freiwillig schon
zwei Stunden vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn vor den Rechnern
gesessen und so insgesamt vier Stunden durchgearbeitet. Sie waren
nicht ermüdet, was dafür spricht, dass der Umgang mit
Technik ihnen viel Spaß bringt und leicht fällt. So
haben sie, nachdem sie schon vorher fertig waren als ihre Klassenkameraden,
diesen noch bei ihrer Arbeit geholfen. Ihre Hilfe war insofern
nötig, als ein Mädchen, Isra, bei der Einführung
in der Stunde vorher nicht da war. Ich bin während der Stunde
von Rechner zu Rechner gegangen und versuchte, Probleme individuell
zu lösen. Dabei fiel auf, dass die Schüler den technischen
Ablauf schon sehr gut begriffen hatten, Schwierigkeiten traten
an anderen Stellen auf, z.B. gab es Stromausfall oder Speicherfehlmeldungen.
22.06.2004 Formaler Ablauf: Einfärben des Bildhintergrunds 2

Am Anfang dieser Stunde habe ich mittels Beamer nochmals die Werkzeuge,
die ich in der letzten Stunde vorgestellt habe, erklärt und
habe neue Werkzeuge eingeführt.
Danach haben die Schüler weiter an ihren Hintergründen
gearbeitet.
Anmerkungen:
Die Schüler haben die Funktionen der Werkzeuge sehr gut verstanden
und sind in dieser Stunde weit vorangekommen. Alle Schüler
ließen ihrer Kreativität freien Lauf und kamen zu schnellen
und unterschiedlichen Resultaten.
27.08.04
Wiederbegegnung mit dem Computer
Diese Stunde war die erste Stunde nach
einer Pause von 8 Wochen.
In der heutigen Stunde haben wir an den Hintergründen weitergearbeitet. Vier Schüler sind mit dieser Arbeit fertig geworden.
Anmerkungen:
Zu Beginn erhielten die Schüler die Aufgabe, sich ohne meine
Hilfe sich an der Arbeitsweise des Computers und des Bildbearbeitungsprogrammes
zurückzuerinnern. Dabei gab es Probleme, Leerläufe und
technische Fragen, an deren Lösung ich einzeln und individuell
herangegangen bin. Die SchülerInnen konnten sich dann schnell
wieder erinnern und schon in der nächsten Stunde wieder weitgehend
selbstständig arbeiten. Die Kinder haben sich auch untereinander
geholfen.
03.09.04
Reflektionstag
Wir haben heute nicht mit den Rechnern gearbeitet. Wir haben heute im ersten Teil der Stunde eine Betrachtung und Besprechung
der ausgedruckten
Zwischenergebnisse gemacht. Die Kinder sahen das Comic zum ersten
Mal in ausgedruckter Form. Dabei hat nur die „digitale“ Gruppe
teilgenommen.

Im zweiten Teil haben wir mit der „analogen“ Gruppe
zusammen eine vergleichende Betrachtung der analogen
und digitalen Ergebnisse mit Kommentaren der SchülerInnen
zur Farbe, zur Zeichnung, zu der Bildfolge und den Besonderheiten gemacht.Die Kommentare waren
ausschließlich positiver Natur.
Nach der Stunde gab es eine wissenschaftliche Auswertung mit der
Wissenschaftlichen Begleitung
Nanna Lüth, dem Lehrer Torsten Braunsdorf und mir.
10.09.04
Arbeiten am Vordergrund

Die Rechner wurden von einer anderen Schule
zwischengenutzt und wieder zurückgebracht. Leider wurden an den Rechner ein paar Einstellungen verändert
und Ordner gelöscht (ich hatte vorher allerings eine Sicherungskopie
gemacht), sodass nur mit fünf Schülern gearbeitet werden
konnte. Dieses kleine Chaos wirkte sich negativ auf die Konzentration
der SchülerInnen aus.
Zwei Gruppen wurden gebildet. Eine sollte an der Dokumentationswand
fürs Treppenhaus arbeiten, eine andere den Vordergrund ihrer
Comics weiter bearbeiten.
Die Dokugruppe, geleitet von Torsten, hat Reflexionen des bisherigen
Prozesses in Schriftform aufgezeichnet, Überschriften formuliert
und auf ein Plakat geschrieben (gegenseitge Kontrollen der Rechtschreibung). Die zweite Gruppe, die ich betreute, hat an den Vordergründen
gearbeitet. Ich habe hier wieder individuell die Probleme und Fragen
der Schüler gelöst. Größtenteils gab es technische
Fragen zur schnelleren Bedienung der Farbauswahl etc. Die Schüler
waren äußerst geschickt und konnten Hinweise und Tipps
in der Regel sofort umsetzen.
Asli und Adelina hatten überdrehtes und überschäumendes
Auftreten. Ihre kurzen Konzentrationsphasen wurden immer wieder
unterbrochen. Dadurch waren sie in ihrer Arbeit bis zum Schluss
sehr weit zurück und ich musste mich neben sie setzen, ohne
diese Extra-Aufmerksamkeit wollten oder konnten sie nicht arbeiten.
Viele Schüler kamen beim Arbeiten immer wieder ins Stocken.
Ich versuchte ihnen einen Ablauf-Rythmus zu vermitteln, so ihr
Arbeiten zu strukturieren und im Fluss zu halten.
Ein Tagestief wurde erreicht. Die Arbeitsergebnisse waren dürftig.
Torsten und ich haben uns deswegen für die nächsten Stunden
einen straff strukturierten Arbeitsplan mit zwei Projekttagen vorgenommen.
16.09.04 Erster Projekttag: Figuren und
Gegenstände im Vordergrund
8.00 - 13.00 Uhr
Für die beiden Projekttage wurde eine Regel eingeführt,
die die Zusammenarbeit zwischen den Schülern fördern
sollte und sie stärker als Kompetenzträger in das Projekt
einbinden sollte. Diese Regel besagte, bei Problemen zuerst den
Partner und nur, wenn der es nicht wisse, auch mich zu fragen.
Außerdem wurde eine neue Sitzordnung festgelegt, die Geschlechtertrennung
aufgehoben, Partner- und Patenschaften gebildet.
Bei den Patenschaften wurden Schüler, die mit ihren Arbeitsergebnissen
deutlich hinterher waren, mit Schülern, die besonders weit
gekommen waren, zusammengesetzt. Diese betreuten die schwächeren
Schüler zusätzlich.
Die "Partnerschaften" konnten die Schüler nicht
selber bilden, sondern sie wurden von uns bestimmt. Die neuen
Nachbarn brachten vielen auch einen neuen Blickwinkel von außen
auf die eigene Arbeit. Außerdem ging es darum, dass die
SchülerInnen bei auftretenden Schwierigkeiten zuerst versuchen
sollten sich gegenseitig zu helfen, bevor sie sich an mich wendeten.
Das hat erstaunlich gut funktioniert, es gab in dieser Stunde
deutlich weniger SchülerInnen, die sich gemeldet haben,
als in den vorangegangenen Stunden.
Ein einzelner Schüler, Burak, kam sogar äußerst
schnell voran und half dann gleich mehreren Schülern.
Als Vorarbeit zu dieser Stunde habe ich einen Arbeitspfad in
gedruckter Form erstellt. Auf diesem konnten die Schüler
Schritt für Schritt Anleitungen ablesen. Ziel war es, pro
3/4 Stunde eine Blattdatei mit den Vordergründen fertig
zu bemalen.
Es gab außerdem ein Unterrichtsgespräch zu der Frage: "Welche
Merkmale können Figuren haben?". Die Kinder hatten
dazu viele Einfälle und Vorstellungen, wie "gelbe Zähne", "Sommersprossen" etc.
Torsten hat für den Tag Obst und Getränke bereitgestellt.
Während der zweiten Hälfte des
Tages wurden drei bis vier Schüler zappelig und konnten sich
auf die Arbeit am Computer nicht mehr richtig konzentrieren. Torsten
hat sie dann rausgenommen und mit ihnen an der Dokumentationstafel
weitergearbeitet.
17.09.04
Zweiter Projekttag: Sprechblasen und Text
9.00 - 13.00 Uhr
Am zweiten Projekttag ging es weiter mit dem Einsetzen von Sprechblasen
und im zweiten Teil des Tages mit dem Einsetzen des Textes. Weil es am Vortag so gut
mit den Partnerschaften funktioniert hatte, übernahmen wir
dieses System auch für den heutigen Tag.
Die Schüler hatten Vorkenntnisse in Textverarbeitung, weil
sie in der 5. Klasse an der Schule bereits einen Kurs dazu besucht
hatten. Deswegen kamen sie in diesem Arbeitsabschnitt des Projekts
erstaunlich schnell voran. Es gab kaum Nachfragen.
24.09.04
Fertigstellung des Comics
Für diese Stunde habe ich zuvor alle Comics gesichtet und
für jeden Schüler einzeln die Unvollständigkeiten in einer Liste zusammengestellt. Die Schüler haben dann an
ihren noch zu vervollständigenden Texte, Vorder- und Hintergründe
gearbeitet.
Gestaltung von Comics.
Auffallend war, dass zu diesem Zeitpunkt
zwei Schüler schon fertig waren, die Hälfte der Gruppe
aber noch einiges zu tun hatte. Die beiden Schüler, die schon
fertig waren, sind in den Stunden zuvor durch äußerst
konzentriertes Arbeiten aufgefallen. Diesen Vorteil hatten sie gegenüber
ihren Klassenkameraden bei gleichem Kenntnisstand im Umgang mit dem
Computer.
Außerdem waren manche Kinder auch deswegen schon weiter als
andere, weil die Comics unterschiedlich lang waren, manche hatten
nur zwei Seiten zu gestalten, andere vier. Es gab vier zweiseitige,
zwei dreiseitige und vier vierseitige Comics. Natürlich waren
die kürzeren Comics auch eher fertig gestellt.
Hacer allerdings, die ein zweiseitiges Comic hatte, arbeitete so
konzentriert, dass sie auf Grund ihrer Genauigkeit und Sorgfalt noch
den ganzen restlichen Tag an ihrem Comic bastelte.
Wir mussten für diese Stunde in einen anderen Raum umziehen.
Das gab sehr viel Unruhe.
Alle Schüler sind mit den Comics fertig geworden, aber es
war für sie alle ein Kraftakt gewesen, viele waren am Ende
sehr müde geworden. Ein so langes Arbeiten empfiehlt sich
für die Kinder eigentlich nicht.
1.10.04
Abschlusspräsentation
Heute haben die beiden Gruppen ihre fertigen Arbeitsergebnisse
präsentiert.
In der Aula gab es zunächst Cola, Chips und Kuchen für
die Comiczeichner.
Schließlich wurden die digitalen Comics mittels Beamer auf
Leinwand projiziert. Die einzelnen Schüler präsentierten über
Laptop, der am Beamer angeschlossen war, stichpunktartig ihre Geschichte.
Sie erzählten auch über Schwierigkeiten und positive
Aspekte beim Gebrauch der i-books während des Projektes.
Leider war die Qualität der Beamerprojektion
schlecht und auf Grund dieser Schwierigkeit beim Zugucken wurden
die Kinder nach einer Zeit unruhig. Grundsätzlich interessierten
sie sich aber sehr stark sowohl für die Geschichte der andern
als auch die zeichnerische Umsetzung.
Im Anschluss an die Präsentation hat die analoge Gruppe ihre
drei Comics, die an den Flipchart angeheftet waren, präsentiert.
Das Verhältnis zwischen den beiden Gruppen hatte sich das Jahr über
ausgeglichen. Obwohl anfangs einige Kinder sicher mit Unverständnis
darauf reagierten, dass sie nicht am Computer arbeiten durften und
dafür mitunter von den Kindern der anderen Gruppe auch gehänselt
wurden, war dies am Ende nicht mehr so. Das lag zum einen daran,
dass die Schüler der analogen Gruppe auch Ausflüge im Programm
hatten, also attraktive Programmpunkte, die es für die Schüler
der Computer-Gruppe nicht gab, was diese manchmal neidisch bemerkten.
Zum anderen waren die Lehrkräfte beider Gruppen darum bemüht,
den Kindern klarzumachen, dass sie angeberische Bemerkungen wie "ich
bin besser als du" nicht zu hören wünschten. Grundsätzlich
ist es aber natürlich schwierig eine solche Trennung vorzunehmen
und vor den Kindern zu begründen. Es wäre wünschenswert,
dass für alle Kinder Computerarbeitsplätze zur Verfügung
stehen.
Anschließend gab es ein Gespräch mit Nanna und Torsten.
Es ging um inhaltliche Fragen wie etwa den Themenbezug der einzelnen
Geschichten, Darstellung von Grenzen und Übergängen in
den Geschichten und um praktische Fragen wie Druckkosten und die
angestrebte Veröffentlichung in einer Berliner Zeitung.
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