Kinder machen Kunst mit Medien
Kinder machen Kunst mit Medien
Was ich mag und was ich hasse ..........
Eine Rauminstallation entsteht

von Martina Becker



ein Projekt mit der Klasse 5a von Martina Becker an der Hunsrück-Grundschule in Kreuzberg

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Am Anfang war
Konzeption
ich mag am liebsten und ich mag am wenigsten ....
das erste Treffen
in der Hörsaalruine
 
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Impressum
 

Ein Besuch mit der Klasse in der Hörsaalruine des Medizinhistorischen Museums der Charité zur Ausstellung Red Dye No.2

Am Abbautag meiner Installation in der geschichtsträchtigen Hörsaalruine treffe ich mich dort mit der Klasse. Die Arbeit besteht aus rot-transparenten Mülleimerbeuteln, die – mit Luft gefüllt, zusammengeknotet, verflochten – an Organe und Nervenbahnen, an Körperinneres und Körperkreislauf erinnern. Durch eingearbeitete Lampen werden die Objekte von innen beleuchtet. Einige sind in ständiger Bewegung, sie drehen sich auf Plattenspielern oder werden von kleinen Motoren in Gang gehalten. Zur Arbeit gehört eine Klangcollage von Kai-Annett Becker.
Die Lebensmittelfarbe Red Dye No.2 wurde jahrzehntelang in z.B. Marmeladen, Getränken, Lippenstiften und Süßigkeiten eingesetzt, bevor sie 1976 als krebserzeugend verboten wurde (zehn Jahre lang gab es deshalb keine roten M&Ms).




in der Hörsaalruine der Charité, die Installation Red Dye No.2

Die Kinder stürmen den Raum sofort als riesengroße Spielwiese, lassen sich auf die Objekte fallen. Irgendwie verständlich – es erinnert an die Ikea-Spielkiste mit den bunten Bällen... Sie müssen sich hinsetzen – hat schon jemand Erfahrung mit Kunst? H. war vor kurzem mit seinen Eltern in der MoMa-Ausstellung. Er erzählt von den Wärtern, von der Stille, alle standen ehrfürchtig vor den Bildern. Ich schildere andere Kunstformen – Installationen...Dann die Frage: „Sind Sie denn Künstlerin?“





Was löst die Arbeit aus?
Die Kinder kommen von selbst auf das Thema der Installation, es geht auch um die Farbe Rot – gleichzeitig symbolisiert sie Wut, Hass und auf der anderen Seite Liebe, Leidenschaft. Wie würde alles wirken, wenn es gelb wäre? Warum Müllbeutel? Ihnen fällt eine ganze Menge ein...
Kann man von Kunst leben? Warum machen Sie Kunst? Warum malt Ihr denn ein Bild?
Plötzlich funktioniert hier etwas, es werden Fragen gestellt, die neue Fragen nach sich ziehen. Nicht immer gibt es eindeutige Antworten. Es geht um Neugierde, um Emotionen, ums Forschen.
Solche Momente hätte ich mir in diesem Projekt öfter gewünscht.
Warum funktioniert es plötzlich erst hier, ausserhalb der Schule, in einem Raum, den die Kinder nicht kennen? Vielleicht wäre mit dieser Gruppe eine direkte körperliche Arbeit mit unmittelbar sinnlicher Erfahrung, wie z.B. Theaterspiel, befriedigender gewesen?

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