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ich mag am liebsten und ich mag am wenigsten
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vom Privaten in die Schule in die Öffentlichkeit
Lieblingsdinge ändern ihr Gesicht im Laufe des Lebens, sie
erzählen Geschichten, berichten von Vergangenheit und Zukunft.
Die Dinge, die jeder am liebsten mag erzählen viel über
ihren Eigentümer, genauso, wie umgekehrt alles, was man überhaupt
nicht mag. Und die Gründe dafür? Manchmal erschließen
sie sich auf den ersten Blick, im anderen Fall bleiben sie vielleicht
selbst dem Besitzer des Objekts ein Rätsel. Sehen Kinder anders?
Lieblingsdinge des anderen zu kennen, schafft Vertrautheit.
Die Kinder bringen einen Gegenstand, den sie am liebsten haben
und einen anderen, den sie am wenigsten mögen, von zu hause
mit. Sie erzählen sich gegenseitig die „persönliche
Geschichte“ der Objekte und schreiben sie auf. Die Gegenstände
werden digital fotografiert und am Computer freigestellt. Die A3
- Umriss - Ausdrucke auf Transparentfolie werden ausgeschnitten
und laminiert. Die Objekte werden über Kopfhöhe im Raum
zu einem Mobile gehängt. Mit den eigenen und den Gegenständen
der MitschülerInnen entwickeln die Kinder Geschichten, die
sie in den Räumen der neuen Schule inszenieren. Die dokumentierenden
Fotos werden mit dem entsprechenden Text präsentiert. Für
jedes Lieblingsding soll ein Gegenstand erfunden werden, der diesem
Ding nützt, es schützt. Die Kinder interviewen sich gegenseitig
zu ihren Objekten und fotografieren sich mit ihnen.

Auch Passanten auf der Strasse sollen angesprochen und befragt
werden zu: Lieblingsfarbe, Lieblingsessen, Lieblingsort, Lieblingsmensch,
Lieblingswörtern, Lieblingskleidung, Lieblingserlebnis, Lieblings – TV – Sendung,
Lieblingseigenschaft, etc.....Das ganz private, persönliche
Thema wird dadurch in die Öffentlichkeit getragen und ins
Verhältnis zu den Vorlieben der Mitmenschen gesetzt..
Die Kinder fotografieren Details ihrer Gegenstände – die
anderen müssen erraten, zu welchem Gegenstand das Foto gehört.
Die Gegenstände werden am Computer in neue Zusammenhänge
montiert. Ausdrucke aller Gegenstände werden in Einzelteile
zerschnitten und zu „Klassenlieblingsdingen“ und „Klassenhassdingen“ wieder
neu zusammengefügt.
Das ist sehr viel und ich gehe davon aus,
dass wir nicht alles „schaffen“ – was
aber auch nicht nötig ist. Ich weiß nicht, wie schnell
die Kinder arbeiten und möchte dann lieber auf ein paar Ideen
zu viel zurückgreifen können als zu wenig zu haben.
Der Plan ist also, das Leichte, Helle des Flurs durch lichtdurchlässige
Objekte zu betonen und dem gegenüber Fotos mit Texten an der
Wand zu hängen.
Das Konzept wird mit dem Lehrer und der wissenschaftlichen Begleitung
des Projekts abgestimmt.
Dann, eine Woche vor Beginn, ein Gespräch mit dem Schulleiter:
er hat feuerschutzrechtliche Einwände – Laminierfolien
seien deshalb nicht möglich, außerdem müssen alle
Objekte außerhalb der Reichweite sein. Und überhaupt
sei es nicht mit ihm abgesprochen, dass im Flur etwas installiert
wird.
Und jetzt?
Die Termine mit den Schülern sind festgelegt, es werden 8
Tage in der nächsten und übernächsten Woche sein.
Die folgenden Tage verbringe ich damit, nach Alternativen zu suchen,
mich über schwer entflammbare Materialien zu informieren,
die für den Innenbereich geeignet sind. Einzige Möglichkeit
scheinen doppelte Polycarbonat-Platten zu sein, bloß sind
die so massiv, dass eine unkomplizierte, schnelle Bearbeitung nicht
möglich ist. Der Lehrer schlägt vor, die Platten mit
den Kindern im Werkraum zu sägen. Am nächsten Tag sehe
ich die in der Schule vorhandenen Laubsägen durch, dabei wird
mir klar, dass diese Arbeit viel zu langwierig wäre.
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