Warum
online gehen?
Schülerzeitung – mit diesem Wort verbindet jeder
eigene Erfahrungen und Erlebnisse, ob nun selbst als Gestalter
oder nur als Konsument. Das Medium ‚Zeitung‘ birgt eine Fülle von
Möglichkeiten in sich und kann daher viele verschiedene Begabungen
und Fähigkeiten von Schülern integrieren. Musste man früher noch
mühsam Bilder und Texte kopieren, ausschneiden und zusammenkleben,
die dann durch eine meist (den knappen Finanzen geschuldete) minderwertige
Druckqualität kaum noch zu erkennen waren, gibt es heute den Computer
mit all seinen Komponenten. Seit in fast allen Schulen diese Technik
vorhanden ist, können Bilder gescannt bzw. digital fotografiert,
Texte jederzeit korrigiert und alles zusammen in beliebiger Anordnung
gesetzt werden. Das letzte Problem bleibt die Vervielfältigung,
wobei Kopierer und Drucker heutzutage eine unvergleichbar bessere
Qualität als noch vor wenigen Jahren liefern. Will man allerdings
eine farbige Ausgabe gestalten, kommen nach wie vor erhebliche
Kosten zusammen. Unsere Lösung: Wir stellen die Zeitung ins Internet
auf die Schulhomepage! Die Qualität der Bilder könnte nicht besser
sein und sogar die Oma aus Amerika kann das Werk begutachten. Außerdem
lernen die Schüler auf diese Weise den Umgang mit dem Internet.
Doch der Reihe nach.
Wer macht mit?
An der Reinfelder-Schule betreuen zwei
Lehrerinnen die JÜL-Gruppe Bienen (JÜL = JahrgangsÜbergreifendes
Lernen). Schon seit Längerem hatten sie den Gedanken,
eine Klassenzeitung zu gestalten. Die Möglichkeit, über das Projekt ‚Kinder machen
Kunst mit Medien’ eine Honorarkraft einzubinden, erleichterte die
Entscheidung für die endgültige Umsetzung dieser Idee.
In
der Bienenklasse werden 24 Schüler der Jahrgangsstufen
null (Vorschule) bis zwei unterrichtet. Die Schüler lernen nach
der Pädagogik Maria Montessoris und erarbeiten viele Themen projektorientiert.
In die Gruppe sind drei Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
integriert: ein Junge der Jahrgangsstufe zwei mit einer starken
Entwicklungsverzögerung und zwei schwerhörige Mädchen aus den
Stufen null und eins.
Von den 24 Schülern können neun flüssig lesen,
sieben sind Leseanfänger. Da eine Arbeit in vier Kleingruppen aus
technischen und räumlichen Gründen vorgegeben war (s.2), wurde
bei der Zusammensetzung auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Lese-
und Nichtlesekinder geachtet.
In der ersten Stunde wurden die Gruppen mit
dem Computerraum vertraut gemacht und zu ihren bisherigen PC-Erfahrungen
befragt. Auch hier war der Wissensstand sehr unterschiedlich.
Zwei Kinder hatten vorher noch nie an einem Computer gesessen,
andere dagegen waren bereits mit diversen Funktionen (Spiele,
Malprogramm, Internet) vertraut und konnten diese auch eigenständig
nutzen.
Was wollen wir?
Unser Projektziel lautete: Die Schüler sollen
am Computer eine Internet-Schülerzeitung erstellen, in der sie
aus ihrem Schulalltag berichten. Sie lernen die dafür nötigen Grundlagen
des digitalen Fotografierens, Scannens, der Bild- und Textbearbeitung
kennen und werden in die Grundzüge der Internetnutzung eingeführt.
Wie geht das?
Im Rahmen von Wir-in-Berlin stand uns das Content-Management-System
(CMS) „Wilma 21“ zur Verfügung, welches sich noch in der Erprobungsphase
befindet und auch für jüngere Schüler nutzbar gemacht werden soll.
Ziel des CMS sollte es dabei sein, eine einfache Oberfläche anzubieten,
auf dem zuvor bearbeitete Texte und Bilder in beliebiger Anordnung
gestaltet werden können. Bei „Wilma 21“ wird im Online-Betrieb
layoutet, so dass jederzeit von jedem Ort mit Internetzugang Änderungen
eingegeben werden können, wenn die jeweilige Person die richtigen
Zugangsdaten besitzt. Schülern und Lehrern können dabei unterschiedliche
Rechte eingeräumt werden, um einem Missbrauch vorzubeugen. Ausführliche
Informationen zur Arbeit an dem CMS finden sich im Kapitel vier.
Wo bleibt die Kunst?
Der künstlerische Anspruch des Projekts ist in
mehreren Teilaspekten zu finden: Zum einen lernen die Kinder die
Kunst des Fotografierens, wozu nicht nur die Handhabung einer Digitalkamera,
sondern vor allem die Wahl eines geeigneten Bildausschnittes und
die anschließende Beurteilung bzw. Auswahl der Bilder gehört.
Zum anderen hängt der Erfolg einer Zeitung – ob Online oder gedruckt – besonders
von deren Layout ab. Dazu gehören Farb- und Schriftgestaltung sowie
die Anordnung von Bild und Text. Die Entwicklung eines möglichst
durchgängigen und dennoch nicht langweiligen Layouts bildet dabei
einen hohen künstlerischen Anspruch, der dem Alter der Schüler
entsprechend angepasst werden muss.
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Die Ergebnisse können
Sie online auf der Homepage der Reinfelder-Schule anschauen: Die Bienenzeitung |