Kinder machen Kunst mit Medien
Kinder machen Kunst mit Medien
 
Schülerzeitung goes Online


Projekt-Dokumentation von Kerstin Gabriel-Jesske
Warum online gehen?

Schülerzeitung – mit diesem Wort verbindet jeder eigene Erfahrungen und Erlebnisse, ob nun selbst als Gestalter oder nur als Konsument. Das Medium ‚Zeitung‘ birgt eine Fülle von Möglichkeiten in sich und kann daher viele verschiedene Begabungen und Fähigkeiten von Schülern integrieren. Musste man früher noch mühsam Bilder und Texte kopieren, ausschneiden und zusammenkleben, die dann durch eine meist (den knappen Finanzen geschuldete) minderwertige Druckqualität kaum noch zu erkennen waren, gibt es heute den Computer mit all seinen Komponenten. Seit in fast allen Schulen diese Technik vorhanden ist, können Bilder gescannt bzw. digital fotografiert, Texte jederzeit korrigiert und alles zusammen in beliebiger Anordnung gesetzt werden. Das letzte Problem bleibt die Verviel­fältigung, wobei Kopierer und Drucker heutzutage eine unvergleichbar bessere Qualität als noch vor wenigen Jahren liefern. Will man allerdings eine farbige Ausgabe gestalten, kommen nach wie vor erhebliche Kosten zusammen. Unsere Lösung: Wir stellen die Zeitung ins Internet auf die Schulhomepage! Die Qualität der Bilder könnte nicht besser sein und sogar die Oma aus Amerika kann das Werk begutachten. Außerdem lernen die Schüler auf diese Weise den Umgang mit dem Internet. Doch der Reihe nach.

Wer macht mit?

An der Reinfelder-Schule betreuen zwei Lehrerinnen die JÜL-Gruppe Bienen (JÜL = JahrgangsÜbergreifendes Lernen). Schon seit Längerem hatten sie den Gedanken, eine Klassenzeitung zu gestalten. Die Möglichkeit, über das Projekt ‚Kinder machen Kunst mit Medien’ eine Honorarkraft einzubinden, erleichterte die Entscheidung für die endgültige Umsetzung dieser Idee.

In der Bienenklasse werden 24 Schüler der Jahrgangsstufen null (Vorschule) bis zwei unterrichtet. Die Schüler lernen nach der Pädagogik Maria Montessoris und erarbeiten viele Themen projektorientiert. In die Gruppe sind drei Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf integriert: ein Junge der Jahrgangsstufe zwei mit einer starken Entwicklungsverzögerung und zwei schwerhörige Mädchen aus den Stufen null und eins.

Von den 24 Schülern können neun flüssig lesen, sieben sind Leseanfänger. Da eine Arbeit in vier Kleingruppen aus technischen und räumlichen Gründen vorgegeben war (s.2), wurde bei der Zusammensetzung auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Lese- und Nichtlesekinder geachtet.


In der ersten Stunde wurden die Gruppen mit dem Computerraum vertraut gemacht und zu ihren bisherigen PC-Erfahrungen befragt. Auch hier war der Wissensstand sehr unter­schiedlich. Zwei Kinder hatten vorher noch nie an einem Computer gesessen, andere da­gegen waren bereits mit diversen Funktionen (Spiele, Malprogramm, Internet) vertraut und konnten diese auch eigenständig nutzen.

Was wollen wir?

Unser Projektziel lautete: Die Schüler sollen am Computer eine Internet-Schülerzeitung erstellen, in der sie aus ihrem Schulalltag berichten. Sie lernen die dafür nötigen Grundlagen des digitalen Fotografierens, Scannens, der Bild- und Textbearbeitung kennen und werden in die Grundzüge der Internetnutzung eingeführt.

Wie geht das?

Im Rahmen von Wir-in-Berlin stand uns das Content-Management-System (CMS) „Wilma 21“ zur Verfügung, welches sich noch in der Erprobungsphase befindet und auch für jüngere Schüler nutzbar gemacht werden soll. Ziel des CMS sollte es dabei sein, eine einfache Oberfläche anzubieten, auf dem zuvor bearbeitete Texte und Bilder in beliebiger Anordnung gestaltet werden können. Bei „Wilma 21“ wird im Online-Betrieb layoutet, so dass jederzeit von jedem Ort mit Internetzugang Änderungen eingegeben werden können, wenn die jewei­lige Person die richtigen Zugangsdaten besitzt. Schülern und Lehrern können dabei unter­schiedliche Rechte eingeräumt werden, um einem Missbrauch vorzubeugen. Ausführliche Informationen zur Arbeit an dem CMS finden sich im Kapitel vier.

Wo bleibt die Kunst?
Der künstlerische Anspruch des Projekts ist in mehreren Teilaspekten zu finden: Zum einen lernen die Kinder die Kunst des Fotografierens, wozu nicht nur die Handhabung einer Digital­kamera, sondern vor allem die Wahl eines geeigneten Bildausschnittes und die an­schließende Beurteilung bzw. Auswahl der Bilder gehört. Zum anderen hängt der Erfolg einer Zeitung – ob Online oder gedruckt – besonders von deren Layout ab. Dazu gehören Farb- und Schriftgestaltung sowie die Anordnung von Bild und Text. Die Entwicklung eines möglichst durchgängigen und dennoch nicht langweiligen Layouts bildet dabei einen hohen künstlerischen Anspruch, der dem Alter der Schüler entsprechend angepasst werden muss.

Die Ergebnisse können Sie online auf der Homepage der Reinfelder-Schule anschauen:
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Die Herausforderung:
wilma21
 
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