Beim Einsatz von Medien
im künstlerischen Bereich suchten wir
eine geeignete Klasse im Grundschulalter, deren Fähigkeiten
und Fertigkeiten wir über drei Schuljahre begleitend dokumentieren
können. Kreativ und aufnahmebereit sollten die Schüler/innen
sein. Wir entschieden uns für die Klasse 4a, die wir so bis
zur 6. Klasse begleiten werden.
Im Vordergrund des Projektes „Kinder machen Kunst mit Medien" steht
in der ausgewählten Klasse das Theaterspielen, die Begegnung
mit anderen Menschen und das miteinander Umgehen. Der Deutsch-,
Musik-, Englisch-, Kunstunterricht und das Darstellende Spiel unterstützt
dieses Vorhaben, da die am Projekt beteiligten Kollegen/innen diese
Fächer in der ausgewählten Klasse unterrichten.
Um unseren Schülerinnen und Schülern ein hohes Wissen,
gute Fähigkeiten und Fertigkeiten im Medienbereich mit auf
den Weg zu geben, suchten wir nach einem außerschulischen
Partner, der unsere Arbeit mit dieser Grundschulklasse pädagogisch
und medienkompetent unterstützt. Für die Förderung
der Selbstständigkeit unserer Schüler/innen ist es ebenfalls
sehr wichtig, sich auch außerhalb des Schulgeländes
zu bewegen. Zu Beginn der Projektarbeit befanden sich drei Rollstuhlkinder
in dieser Klasse, somit wählten wir als freien Träger
das behindertengerecht ausgestattete Labor für Kunst und Medien
im FEZ-Wuhlheide.
Im ersten Projekt: „Digitales Bellen in gelber Stadt“ mussten
unsere Schüler/innen fremde Hundebesitzer ansprechen, sie
interviewen, filmen und fotografieren. Im Anschluss daran bearbeiteten
sie das gesammelte Material am Computer. Hierbei erhielten sie
hervorragende Anleitung und Unterstützung durch die Kollegen
vom FEZ-Wuhlheide, die die Ergebnisse auf einer CD-ROM als Dokumentation
zusammenfassten. Die Schüler/innen waren mit Begeisterung
dabei, gingen ohne Hemmungen auf Fremde zu, zeigten viel Kreativität
und konnten die Aufgaben gut erfassen und umsetzen.
Im zweiten Projekt: „Zaubermeister Zarobald“ zeigten
sich bereits erste Probleme aber weniger im Medienbereich, sondern
eher im Umgang miteinander und im Vereinnahmen der Kollegen vom
FEZ-Wuhlheide. Unsere Schüler/innen kannten sich nun bereits
vor Ort gut aus, kannten die Kollegen und verloren somit manche
Hemmschwelle. Immer wieder mussten wir, als begleitende Kollegen/innen
eingreifen und unsere Schüler/innen zur Disziplin und Höflichkeit
Erwachsenen und Mitschülern gegenüber auffordern. Die
Gestaltung der Zeichentricks und den Umgang mit der Technik bewältigten
sie ohne Probleme.
Beim dritten Projekt: „Klasse Fahrt von OSTKREUZ nach OSTBAHNHOF“ mussten
die Schüler/innen wiederum in die Öffentlichkeit gehen.
Dabei sprachen sie Passanten auf den Bahnsteigen an und baten diese
um Mitarbeit. Auch das klappte gut. Erst bei der schon fast routinemäßigen
Bearbeitung des Foto- und Filmmaterials zeigten sich wieder Auffälligkeiten
im Sozialverhalten, besonders die starke Ich-bezogenheit und mangelnde
Kooperationsbereitschaft jedes Einzelnen.
Immer häufiger führten wir auch außerhalb der Projekte
Gespräche zu ihrem Verhalten. Wir inszenierten kleine Interaktionsspiele,
um ihnen bestimmte Verhaltensmuster bewusst vor Augen zu führen
sowie ihre Wahrnehmung zu schärfen und mehr Rücksicht auf
andere zu nehmen.
Das vierte Projekt: „Little Red Riding Hood" vertiefte
die Anwendung des Scannens und der Trickfilmherstellung. Auch hier
hatten die Schüler/innen keine Schwierigkeiten. Es machte
ihnen großen Spaß, die einzelnen Szenen mit viel Ausdauer
gestalterisch umzusetzen. Nur durften keine Arbeitspausen entstehen,
dann waren sie kaum in der Lage, ohne zu stören auf die Erläuterung
des nächsten Arbeitsschrittes zu warten.
Im Mittelpunkt des in diesem Jahr letzten Projekts stand ein Kaufhaus
als Begegnungsstätte. Dieses Projekt wurde unmittelbar nach
den Herbstferien durchgeführt. Die Schüler/innen waren
kaum bereit, sich auf ein gemeinsames Arbeiten einzulassen, sodass
die Kollegen vom FEZ-Wuhlheide ihnen eindeutig klarmachen mussten,
dass sie unter diesen Umständen nicht bereit sind, weiterhin
mit ihnen zusammenzuarbeiten. Erst jetzt wurde unseren Schülern
bewusst, dass ihr Auftreten von anderen Mitmenschen so nicht akzeptiert
wird. Sie versuchten an den letzten zwei Tagen des Projektes, ihr
Verhalten zu ändern.
In späteren Gesprächen mit den Schülern zeigte sich,
dass ihnen doch bewusst ist, welch große Möglichkeit
sie durch das KuBiM- Projekt haben. Sie sind stolz auf die Ergebnisse
ihrer Arbeit, denn auch Schüler/innen, die durch ihre Behinderung
stark in ihrer Motorik beeinflusst sind, zeigten hier eine andere
Beweglichkeit.
Für die nächstfolgenden Projekte müssen wir uns
Themen und Arbeitswege überlegen, die unseren Schülern
helfen, sich zurück zu nehmen, ihre Mitmenschen stärker
zu akzeptieren und trotzdem bei ihnen ein selbstbewusstes Auftreten
fördern. Hierbei ist es wichtig, sie stärker in die Planung
einzubeziehen und ihr erworbenes Wissen und den Umgang mit der
Technik weiter zu vertiefen.
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