Reflexion und Debatte
Impressum |
| In den letzten zwei Jahren haben wir an unserer Schule mit verschiedenen
außerschulischen PartnerInnen in unterschiedlichen Projekten
die Licht- aber auch die Schattenseiten einer solchen Kooperation kennen
gelernt.
Fazit bis hierher: die viele Zeit, der hohe organisatorische Aufwand
und die Veränderung des gewohnten Schulalltages durch die Zusammenarbeit
mit außerschulischen PartnerInnen lohnen sich!
Kooperation gelang immer dann, wenn beide Partner die Zusammenarbeit
wollten, sie als wertvoll betrachteten und aufeinander zugingen. Öffnung
und Kooperation sind für andere Formen des Lernens in der Schule
erforderlich und wirken sich positiv auf unsere SchülerInnen
aus.
Welche Vorteile bringt die Zusammenarbeit einer Schule mit außer-schulischen
Partnern?
- Weiterentwicklung und Ergänzung der unterrichtlichen Angebote
sowie die Erschließung neuer Lernformen
- „Expertenwissen“ von Personen außerhalb der
Schule
- Zugang zu anderen Bevölkerungsgruppen – Vielzahl
von Lebensmodellen
- Unterstützung bei der Bewältigung von Erziehungs- und
Bildungsaufgaben durch Personen von außen
- Positive öffentliche Wahrnehmung der eigenen Schule und Verbesserung
ihres Rufes nach innen und außen.
Was aber haben wir als Schule für außerschulische
PartnerInnen zu bieten? In den ausführlichen Auswertungsrunden
wurden hier folgende Punkte genannt:
- Möglichkeit zur Übernahme von eigener Verantwortung
zur Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen
- Ergänzung und Weiterentwicklung ihrer Angebote sowie Erschließung
neuer Aufgabenfelder
- Möglichkeit zur Werbung und Selbstdarstellung
- Realisierung eines neuen Profils, konzeptionelle Differenzierung
- Möglichkeiten zur Mitwirkung bei der Gestaltung und Entwicklung
von Schule.
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| Wie kommt man nun zu außerschulischen PartnerInnen? Wir haben
auf sehr unterschiedliche Weise unsere Kooperationspartner gefunden:
Wir wurden zum Beispiel von Künstlern gefragt, ob wir Lust hätten,
gemeinsame Projekte zu realisieren. Angeregt wurden sie durch unsere
Schulhomepage, auf der unser künstlerisches Profil und die Integration
behinderter Kinder in den Schulalltag genau beschrieben sind. Dies
wird aber sicherlich die Ausnahme bleiben. In unseren anderen Projekten
haben wir auf vielfältige Weise versucht, die Zusammenarbeit mit
außerschulischen Partnern zu organisieren und voranzubringen.
So wurden uns Künstler von dem an unserer Schule tätigen
Fipp-Verein empfohlen, da dieser freie Träger bereits gute Erfahrungen
mit ihnen gemacht hatte. Ein anderes Projekt ergab sich aus der Zusammenarbeit
mit einer Mutti, die sowohl ihr Kind an unserer Schule hatte aber auch
gleichzeitig Künstlerin ist. Auch aufgrund persönlicher Kontakte
von KollegInnen unserer Schule mit Künstlern entstanden Projektideen
und schließlich gemeinsame Umsetzungen. Kunstvereine und Medienkompetenzzentren
sind derzeit unsere engsten Partner auf der Suche nach geeigneten Partnern.
Im Ergebnis der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern möchten
wir nun versuchen, ein projektübergreifendes und für ein
Gelingen der Kooperation notwendiges Bedingungsgefüge zu skizzieren
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1. Projektidee
- Geht es um eine einmalige Aktion oder ist die Kooperation für
einen längeren Zeitraum gedacht?
- Wer kann neben dem Kooperationspartner dieses Projekt noch
unterstützen?
(Schulleitung, KollegInnen, Eltern, Vereine, Freie Träger.....)
- Wie erfolgt das Bekanntmachen des Projektes? (innerhalb der
Schule, evtl. Genehmigung der Eltern einholen, sind Stundenplanänderungen
nötig, welche Exkursionen sind geplant, wie erfolgt die
Finanzierung?)
- Was ist die Idee, die hinter dem Projekt steckt?
- Welche Projekte laufen ansonsten in der Schule? (Vermeidung
von Doppelbelastung bei SchülerInnen und LehreInnen)
2. Zielsetzung, Planung und Vorbereitung
- Festschreiben der Eckpunkte des Projektes in einer Kooperationsvereinbarung
zwischen Schule und außerschulischem Partner.
- Klare Festlegung der Aufgabenbereiche aller Projektbeteiligten
und regelmäßiger Informationsaustausch. (u.a. Organisationsplan
als Zeitleiste im Klassenraum)
- Welcher Zeitrahmen ist für die Informations- und Materialbeschaffung
vorgesehen, wie lange dauert die konkrete Umsetzung des Projektes,
welches Ergebnis ist vorgesehen und auf welche Weise soll es präsentiert
werden?
- Wie informieren wir alle vom Projekt betroffenen Personen?
(in der Klasse unterrichtende Lehrerinnen, Erzieher )
- Wie viel Zeit benötigen wir? Wann muss das Projekt abgeschlossen
sein?
- Welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung, was muss noch organisiert
oder beschafft werden? (Ausstattung der Schule mit Computern, Druckern,
digitaler Kamera, Scanner, räumliche Situation, Arbeitsmaterialien
usw.)
- Kooperation benötigt finanzielle Ressourcen, erforderliche
Mittel müssen berechnet und von den Partner eingeplant werden-
evtl. Bündelung von Finanzmitteln prüfen!
- Wo wird dieses Projekt in der Öffentlichkeit bekannt gemacht?
(Welche Erlaubnis wird wofür benötigt? Elterninfo und Erlaubnis über
evtl. Veröffentlichung im Internet)
- Wer übernimmt eigenverantwortlich welchen Anteil im Projekt?
Sind die dafür notwendigen Kompetenzen ausreichend?
3. Durchführung
- Ausgehend vom Projektschwerpunkt werden Teilschritte und Ziele
geplant.
- Eine detailierte Raumplanung ist nötig, ggf. Absprachen
mit anderen KollegInnen
- Wer ist für welchen Teilabschnitt im Projekt verantwortlich?
- Wie erfolgt die gegenseitige Absprache, wenn in Gruppen gearbeitet
wird?
- Wie und von wem werden die nächsten Schritte organisiert?
- Was ist zu tun, wenn es Störungen während der Zusammenarbeit
im Projekt gibt?
4. Präsentation des Projektergebnisses
- Wo soll die Präsentation des Ergebnisses stattfinden?
- Wer soll dazu eingeladen werden? ( Eltern, Schulöffentlichkeit,
Schulumfeld, Schulträger, Sponsoren, Freie Träger,
Presse.....)
- Wie soll darüber informiert werden? (Ankündigung
in den Medien, Einladungen versenden, Plakate erstellen...)
- Einstellen der Ergebnisse in die Homepage der Schule
- Würdigung des gemeinsamen Projektes von Schule mit außerschulischen
Partnern ist auch als Festveranstaltung oder Teil einer solchen möglich.
5. Projektreflexion
- Sind die Erwartungen der LehrerInnen und der außerschulischen
Partner erfüllt worden?
- Wie wird der Zuwachs an Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten
bei den SchülerInnen eingeschätzt?
- Sind aus dem Projekt heraus neue Ideen entstanden?
- Welche Probleme sind aufgetaucht und welche Schlussfolgerungen
werden für künftige Projekte gezogen?
- Woran lag es, dass bestimmte Ziele nicht erreicht wurden?
- Was sollte beim nächsten Projekt anders gemacht werden?
- Wie wird die Kooperation von den beteiligten Gruppen eingeschätzt?
Welche Kooperationsstrukturen wurden entwickelt und welche haben
sich bewährt?
6. Projektdokumentation
- Es sind bereits vor Projektbeginn gemeinsame Überlegungen
für eine geeignete Form der Dokumentation anzustellen. Es sind
gleichzeitig Verantwortlichkeiten hierfür festzulegen.
- Diese Dokumentation kann als Projektmappe in Aufsätzen,
Berichten, Fotos, Zeichnungen, Videoaufnahmen u.v.m. angelegt werden.
- Vor Projektbeginn sind die Verantwortlichkeiten für die Dokumentation
festzulegen, eine Aufteilung der Dokumentation ist möglich.
In unseren durchgeführten Projekten haben wir auch Lehrgeld
zahlen müssen. Alles, was nicht vorher genau abgesprochen und
mit Verantwortlichkeiten festgelegt wurde, blieb zum Schluss an uns
LehrerInnen hängen. Das wird uns aber nicht davon abhalten,
auch künftig Projekte mit außerschulischen Partnern durchzuführen.
Wir werden uns jedoch in der Vorbereitungsphase mehr Zeit nehmen,
um das Projekt genauer und strukturierter zu planen.
Diese Projekte haben nicht nur unseren SchülerInnen gefallen
und so manches unentdeckte Talent hervorgebracht, auch für uns
LehrerInnen waren sie trotz des immensen Aufwandes an Kraft und Zeit
eine willkommene Abwechslung und Bereicherung in unserem Schulalltag.
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