Kinder machen Kunst
mit Medien
“Kinder machen Kunst mit Medien“ strahlt in viele Bereiche des Unterrichtsalltags

Günter Pohl

Aspekte der Übertragbarkeit von Projektergebnissen


Reflexion und Debatte

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Über die einzelnen Projekte ist ja schon viel berichtet und dokumentiert worden. Ebenso über die Chancen, die der Einsatz der neuen Medien im Schulalltag mit sich bringen kann. Aber wie sieht es denn konkret in einer 5. Integrationsklasse der Hunsrück - Grundschule aus?

In einer Vielzahl von Projekten (Zitat eines Schülers nach der Ankündigung des neuen Banyan–Projektes: „Machen eigentlich wir ganz allein alle Projekte an dieser Schule?“) wurden den Schülerinnen und Schülern grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer vermittelt und im Laufe der Zeit mehr und mehr gefestigt.

Die Kinder lernten unter anderem:
- am Computer Texte schreiben
- fotografieren
- Bilder im Internet suchen
- Bilder im Ordner des Computers speichern
- Bilder am Computer ausschneiden und bearbeiten
- Bilder freistellen
- ausgeschnittene Bildsegmente am Computer in andere Bilder einfügen
- Seiten gestalten / Texte und Bilder zusammenstellen
- Seiten drucken

Nur so ist es möglich geworden, dass heute viele Schülerinnen und Schüler relativ selbständig mit dem Computer arbeiten können.

Wie nutzt man nun diese Möglichkeiten für differenziertes Arbeiten außerhalb der KuBiM-Projekte? Drei Beispiele möchte ich hier vorstellen.

Das erste Beispiel entstand im Biologie-Unterricht: Eine visuelle Darstellungsform der Nahrungskette für Meerestiere sollte entwickelt werden. Dies ist eine sehr abstrakte Aufgabe, auch wenn wir die Meeresbewohner in einem Film und während eines Aquariumbesuches beobachten konnten. Gerade Kinder mit Sprachdefiziten brauchen „visuelle Rettungsringe“, wenn sie über komplexe Sachverhalte sprechen bzw. diese begreifen sollen. Also wurden geeignete Bilder aus dem Internet gefischt. Um das Fressen und Gefressen-werden darzustellen, boten sich die Nahrungskette und die Nahrungspyramide an.

Ein Vergleich der beiden Darstellungsformen erfolgte und die meisten Kinder entschieden sich aus ästhetischen Gründen (Zitat: Weil es irgendwie schöner aussieht!) für die Pyramidenform. Bleibt natürlich die Frage nach der Kunst mit Medien. historisch betrachtet ist auf alle Fälle ein historisch-kultureller Kontext erkennbar ;-).

 
 

Ein zweites Projektbeispiel endstand im Unterrichtsfach Geschichte. Hier sollten die Schüler Vorträge über die Tiere der Urzeit halten. Zum ersten Mal durfte dafür der Computer benutzt werden. Ob die Ergebnisse dadurch wohl besser werden? Auf alle Fälle sollten alle Beiträge gut lesbar sein, so dass später ein Buch zusammengestellt werden konnte. Da bietet das Schreiben am Computer schon gewisse Vorteile. Um einen Eindruck von diesen urzeitlichen Monstern zu bekommen durften Bilder natürlich nicht fehlen. Also wurde in Büchern herumgestöbert um Abbildungen zu finden, gemalt und gezeichnet. Anschließend wurde das gesamte Bildmaterial eingescannt um dann die gesammelten Bilder am Computer bearbeiten zu können. Dies geschah durch Ausschneiden und Einfügen, also Kombinieren der unterschiedlichen Bilder und Bildausschnitte. Als kleines Sahnehäubchen durften die Kinder dann noch im Internet recherchieren. Die Fülle an Informationen erschlug uns förmlich. Endlose Texte in oft unverständlicher Weise verfasst. Aber die Bilder waren super! Wer konnte uns da bei der Auswahl nur weiterhelfen? Die ästhetische Bildung im Medienzeitalter: Kriterien für die Auswahl mussten her.

Was sieht nur toll aus (nichts gegen Action und knallige Farben) und was hält auch einer kritischen Betrachtung in Hinblick auf die Verwendung statt?

Natürlich fanden nicht nur die wissenschaftlich interessanten Abbildungen der Saurier den Weg in die Textvorlagen der Kinder.

Fast am Ende des Projektes stand dann die Gestaltung der Seiten. Dabei war zu beobachten, dass sich bei den Kindern bereits feste Muster für das Layout entwickelt haben. Entweder schmale Textfelder links am Seitenrand mit seitlich angeordneter Bildleiste oder mittig angeordnete Texte. Am Ende waren die Schülerinnen und Schüler sehr zufrieden mit den Ergebnissen, aber der Knüller war die Präsentation mit dem Smartboard. Ist es nicht ein tolles Spielzeug? Dabei wurde das aussagekräftigste Bild so vergrößert, dass es die gesamte Präsentationsfläche einnahm. Die anderen Abbildungen konnten dann im weiteren Verlauf der Vorträge beliebig vergrößert oder verschoben werden um das Gesagte zu illustrieren. So viele tolle neue Medien! Für den Vortrag mussten die Kinder dann aber doch ihr eigenes Mundwerk einsetzen.

 
 

Das dritte Beispiel stammt aus dem DaZ-Unterricht. Auf einer Klassenfahrt nach Hiddensee lernten die Kinder das Märchen vom Fischer und seiner Frau kennen. Wir haben vor Ort einen kleinen Film gedreht und Szenen-Fotos gemacht. Somit waren alle Kinder unserer DaZ-Gruppen hinreichend mit der Geschichte vertraut. Die Geschichte wurde, ein wenig verändert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst, aufgeschrieben. Bei der Illustration konnten wir dann die Fotos bearbeiten um der Handlung besser gerecht zu werden. Wir hatten auf der Insel leider nur gutes Wetter und aus Zeitgründen wurden alle Szenen auf einem Spielplatz fotografiert. Dementsprechend waren die Fotos natürlich nicht optimal. Oben nun einige Ergebnisse. Ich hoffe man erkennt die Manipulationen nicht.

 

 
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