Bildergalerie zu Pygmalion

 

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In frühen Buchillustrationen finden wir Bildersequenzen mit mehreren Stationen der Geschichte, z.B.: Bildhauer am Werk, Bewunderung und Liebe, Gebet, Erweckung, glückliches Paar, bei Firens sogar die Propoetiden aus der Einleitung (im Hintergrund; ca.1626,rechts oben), oben links Miélot, Mitte Eisen (1775), unten links Baur, rechts Roman de la Rose: 

 

Miélot (15)

Eisen (13)

P. Firens, Buchillustration, 1619 (14)
        
Baur, Virgil Solis  (16) Bild aus einem Manuskript zum Roman de la Rose (3)
 

Sehr beliebt ist das Motiv der Bewunderung und Liebe, das Pontormo (1529,Mitte) mit dem Gebet und Goltzius (1593,links) mit Geschenken verbindet, während Falconet (1763,rechts) den Bildhauer auf dem dicken Band der Metamorphosen knien lässt::

 

Goltzius, Pygmalion und Galathea, 1593 (2)

Pontormo (1)

Falconet, Pygmalion und Galathea, 1763 (12), erregte große Bewunderung im Pariser Salon.
 

Häufig finden wir das Motiv des Kusses und der Belebung der Statue, in Gemälden und bei Statuen, manchmal ist die Göttin Venus anwesend bzw. durch ihren Sohn Amor vertreten, Gerôme bietet drei Versionen (zwei Gemälde, eine Marmorstatue, oben), weitere stammen von La Grenée (unten links) und Zächerle (unten rechts):               

 

 
Jean Léon Gerôme, Pygmalion und Galathea (5)

Gerôme, Marmor (6)

Gerôme (5)

La Grenée, Pygmalion und Galathea, 1761 (11) Zächerle (21)
 

Auch ohne die Göttin Venus zeigen Statuen die Bewunderung (Rodin, aus Bronze,1889/links bzw. Marmor,1908/rechts) bzw. den belebenden Kuss (Gerôme,1892/Mitte,s.o.):

 

Rodin, Pygmalion und Galathea, Bronze 1889 (8)

Jean Léon Gerôme, Pygmalion und Galathea, Marmor, 1892 (6)

Rodin, Marmor, 1908 (9)
 

Sir Edward Burne-Jones (1833-1898, England) hat sich in zwei Zyklen mit Pygmalion auseinandergesetzt, bei ihm erscheint Venus persönlich, um die Statue zu beleben:

 

 
Sir Edward Burne-Jones (17)

Sir Edward Burne-Jones (17)

Sir Edward Burne-Jones (17)

Sir Edward Burne-Jones, Pygmalion-Zyklus  (17)

 

In der modernen Kunst finden wir den Mythos ebenso, bisweilen mit vertauschten Rollen (so Delvaux/links oben, Andrea/oben Mitte), oft auch mit der Belebung der Statue (Müller, unten links) bzw. mit der Rolle der Kunst als zentralem Gesichtspunkt (wie bei Magritte/Mitte unten ) oder humorvoll abgeändert (wie bei Daumier, unten rechts), nie allerdings mit der Göttin:

 

John de Andrea, Classical Allusion, 1987  (19)




Notiz vom. 18. 4. 07:

Das Bild von
Paul Delvaux
mussten wir aus
rechtlichen Gründen
leider löschen.
Müller, Pygmalion

Magritte, La Temptation de l'Impossible (20)

Daumiers Lithographie von 1842 (7)
 

Wie man an unserer Auswahl sieht, haben sich viele bildende Künstler bis heute mit unserem Thema auseinandergesetzt, auf die ebenfalls zahlreichen Rezeptionen in Musik und Literatur (Shaw u.a.) sind wir nicht eingegangen.

 

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Pygmalion-Mythos           -          Erläuterungen zu den Bildern

 
1.Jacopo Carucci da Pontormo: Pygmalion (1529/30): aus Mathias Mayer/Gerhard Neumann (Hg.): Pygmalion. Die Geschichte dse Mythos in der abendländischen Kultur. Freiburg i.B. 1997. Titelseite bunt mit R vom Verlag (Rombach), s.18 und 329 schwarzweiß, hier steht in der Mitte zwischen dem bewundernden, anbetenden Pygmalion und seiner die Venus pudica vertretenden Statue das Opferfeuer mit Opfertier Rind(Stier/Kuh); auf dem Altar ist Paris zu sehen, der Venus den Apfel reicht; die Werkzeuge des Bildhauers liegen am Boden; Belebung der Statue ist durch die Farbe angedeutet. Früher wurde dieses Bild Bronzino,  heute Pontormo zugeschrieben. Cf. Giorgio Vasari, Vite, 1568: Bild dieses Titels als Schutzdeckel des Porträts von Francesco Guardi von Pontormo. Aus dem Palazzo Vecchio in Florenz. Dazu: Oskar Bätschmann, Belebung durch Bewunderung, S.328-330.  

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2. Hendrik Goltzius: Pygmalion und Galatea, 1593, Kupferstich, 138 x 31,5 x 21,5 (cm), München, Staatliche Graphische Sammlung, Künstler sitzt auf einem niedrigen Kapitell vor der elfenbeinernen Statue, schaut sehnsuchtsvoll zu ihr auf und verehrt ihr Blumen. In der linken Hand und auf dem Boden sind Werkzeuge des Bildhauers zu sehen. Die Statue ist noch unbelebt. Aus Mathias Mayer/Gerhard Neumann (Hg.): Pygmalion, S.330 (Text) bzw. S. 331 (Bild).                                                                       

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3. Mathias Mayer/Gerhard Neumann (Hg.): Pygmalion., S. 480 Bild aus einem Manuskript zum Roman de la Rose, Pygmalion und seine Statue (mit Genehmigung der Valencia Biblioteca general y histórica, MS 1327, 141 r). Im Artikel von Jan-Dirk Müller: Pygmalion, höfisch. Pygmalion als Bildhauer, der schon viele Statuen gemacht hat. Thema Verhältnis Kunst/Natur. Venus bewirkt Wunder. Pygmalion tut sich in allen möglichen Künsten hervor, um die Statue zu beleben, nicht nur in der Bildhauerkunst. Ein ganzes Arsenal von Musikinstrumenten und –apparaten probiert er aus, geistliche und weltliche, höfische und bäurische. Vornehm und derb tanzt er, in komischer Raserei, wie ein Minnesänger.                                                                                                  

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4. Paul Delvaux: Pygmalion (135x165); Slg. J.B: Urvater, Rhode St. Genèse, Gemälde von 1939. In demselben Buch wie 1., S. 390 Bild, Hermann Danuser, Vom Künstlerdrama zum Hoffest, SD.371-391. geschlechtsspezifischer Rollentausch von Schöpfer und Geschöpf, Mannsgestalt aber nur ein Torso, also kaum belebbar, der Künstlerin kann also nicht das Wunder zuteil werden wie Pygmalion, Surrealist Delvaux gegen weibliches Emanzipationsstreben? Oder Emanzipation der Künstlerin von aktualisiertem Mythos durch Schaffung moderner Kunst, die bleibt, statt eines Kunstwerkes, das belebt wird und dadurch als Kunstwerk verloren ist.                                                                                                                                                                         

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5. rechts: Jean Léon Gerôme, 1881: Pygmalion und Galathea, Öl auf Leinwand, 88x68 cm. New York, Metropolitan Museum (Inv.-Nr. 27.200). - links: Jean Léon Gerôme, Pygmalion und Galathea                                                                                

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6. Jean Léon Gerôme, Marmor, 1892, Pygmalion und Galtahea, Marmor, gefasst, lebensgroß, San Simeon/Kalifornien, Hearst San Simeon State Historical Monument, (Inv.-Nr. 529-9-6228).                                           

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7. Karikatur von Honoré Daumier. Lithographie, erschien im Charivari vom 28.12.1842 (aus: Heinrich Dörrie, Pygmalion. Ein Impuls Ovids und seine Wirkungen bis in die Gegenwart. Westdeutscher Verlag, Opladen 1974).         

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8. Auguste Rodin, Bronze, Pygmalion und Galathea, um 1889, Höhe 42,1 cm, Breite 27 cm, Tiefe 31 cm. Paris, Musée Rodin (Inv.-Nr.S.1120).                                                                                                                                                          

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9. Auguste Rodin, Marmor, Pygmalion und Galathea, um 1908, Höre 80 cm, Breite 70 cm, Tiefe 60 cm. New York, Metropolitan Museum (Inv.-Nr. 10.31).                                                                                                                                    

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10. Jean Baptiste Regnault, L’origine de la sculpture – Pygmalion priant Venus d’animer sa statue, 1785, Öl auf Leinwand, 120x140 cm. Versailles, Supraporte im Salon des Nobles de la Reine (Inv.-Nr. MV 7140)- Pygmalion à genoux. Ölgemälde von Jean Baptiste Régnault, war ausgestellt im Salon 1785. Paris, Louvre (aus: Heinrich Dörrie, Pygmalion. Ein Impuls Ovids und seine Wirkungen bis in die Gegenwart. Westdeutscher Verlag, Opladen 1974).

 

11. Jean Louis Francois La Grenée, Pygmalion inamouré de la statue, Öl auf Leinwand, 104x86 cm. Helsinki, Sinebrychoff Art Museum (Inv.-Nr.A 547),  war ausgestellt im Salon 1759, Helsingfors, Athenaeum  (aus: Heinrich Dörrie, Pygmalion. Ein Impuls Ovids und seine Wirkungen bis in die Gegenwart. Westdeutscher Verlag, Opladen 1974).                                                      

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12. Etienne-Maurice Falconet, Pygmalion und Galathea, 1763, Marmor, Höhe 82 cm, Breite 52 cm, Tiefe 40 cm. Paris, Louvre, Pavillon de Flore (Inv.-Nr. R.F. 2001).                                                                                                          

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13. Illustration zu Ovid, met. 10, 28-297: Charles Eisen; Einzelblatt, aber wohl bestimmt zur Illustration einer Ovid-Ausgabe (vgl. oben S. 76), um 1775; Harburg, Fürstlich Oettingen-Wallerstein’sche Kunstsammlung (aus: Heinrich Dörrie, Pygmalion. Ein Impuls Ovids und seine Wirkungen bis in die Gegenwart. Westdeutscher Verlag, Opladen 1974).                                           

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14. P. Firens (1636): Pygmalion und die Propoetiden, Illustration zur Prosa-Übersetzung von Nicolas Renouard: Les Metamorphoses d'Ovide, Paris 1651, S. 283 (aus: Heinrich Dörrie, Pygmalion. Ein Impuls Ovids und seine Wirkungen bis in die Gegenwart. Westdeutscher Verlag, Opladen 1974 bzw. Bätschmann, Belebung durch Bewunderung, in: Mayer/Neumann: Pygmalion, cf.1, S.327).                                                                                                                                                         

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15. (links) Pygmalion am Werk, (rechts) Pygmalion betet zu Venus, (Mitte) Pygmalion führt die nun lebende Frau heim. Jean Miélot, Miniatur zu Christine de Pisan: Cent Hystoires de Troye; Brüssel, Bibl. Royale, cod. 9392 (aus: Heinrich Dörrie, Pygmalion. Ein Impuls Ovids und seine Wirkungen bis in die Gegenwart. Westdeutscher Verlag, Opladen 1974).                            

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16. Baur, Virgil Solis, 1563|1609, HS, Frankfurt/Saur, KOP 335 – zu Ovid, M. 10,243ff.:                                         http://www.ku-eichstaett.de/SLF/Klassphil/grau/eichst.htm.                                                                                                   

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17. Sir Edward Coley Burne-Jones, geb. August 1833 in Birmingham, gest. Juni 1898 in London, beeinflusst von Dante Gabriel Rosetti (neben Gemälden auch Glasmalerei und Buchillustrationen), zwei Versionen der Pygmaliongeschichte in drei bzw. vier Bildern, Pygmalion (1869-1879, Zyklus von vier Bildern, Birmingham): The Heart Desires (Das Herz begehrt), The Hand Refrains (Die Hand hält inne), The Godhead Fires (Die Göttin flößt das Leben ein), The Soul Attains (Die Seele bescheidet sich).                                                                                                                                                                                 

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18. John de Andrea, Self Portrait with Sculpture, 1980, New York, Foster Goldstrom (aus: Gerhard Neumann, Pygmalion, S.54).                                                                                                                                                                          

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19. John de Andrea, Classical Allusion, 1987, New York, Knickerbocker Fine Arts Ltd. (aus: Gerhard Neumann, Pygmalion,  S.55).                                                                                                                                                                          

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20. René Magritte, La Tentative de l'Impossible (Der Versuch des Unmöglichen),1928.                                             

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21. Franz Zächerle, Pygmalion, Bleirelief, 1772, österreichische Galerie Wien, (der bewunderten Statue wird gerade das Leben/Feuer "eingegossen" von der schwebenden Venus, Amor schaut zu).                                                                                            

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