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Pygmalion - das Gedicht
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- frei nach
Ovid |
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Es war mal ein Pygmalion da, |
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Und so verliebte er sich schnell, |
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Zur Venus rannt' er dann und bat, |
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dem ging's so gar nicht wunderbar. |
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denn ihre Haut, die war so hell, |
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dass sein Schatz lebendig ward. |
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Genug hatte er von allen Frauen - |
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so weich und doch aus Elfenbein |
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"Diese Statue, so fein, |
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sie alle waren ihm ein Grauen. |
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und pralle Kurven obendrein. |
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soll bitteschön mein Weib auch sein!" |
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Perfekt war sie, die schöne Frau, |
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Ja, ganz allein war er auf Erden |
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und wieder dachte er sich: "Wow!" |
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Weil Venus dies hat wahr gemacht, |
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und deshalb sollte es so werden, |
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Jetzt ging's ihm gar nicht mehr so schlecht, |
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hat er ihr sehr viel Dank erbracht, |
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dass er sich schnitzte eine Frau |
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er glaubte selbst, sie wäre echt. |
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"corpus erat", tatsächlich echt - |
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und dachte sich dann einfach: "Wow!" |
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das kam dem Mann natürlich recht; |
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Er schenkte ihr ganz tolle Sachen, |
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so nahm er sie auch gleich zur Frau |
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Das Kunstwerk, was er grad erschaffen, |
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die alle Mädchen glücklich machen. |
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und dachte sich schon wieder: "Wow! |
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konnt' er nicht stoppen anzugaffen. |
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So sehr geliebt hat er das Ding, |
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Ich werd' gleich voll und ganz verrückt, |
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Genau so eine wollt' er haben, |
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das ihm nicht aus dem Kopfe ging. |
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so sehr war ich noch nie entzückt!" |
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doch leider konnt' ihm keiner sagen, |
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Bald glaubte er, sie liebt ihn auch - |
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wo's so'ne Frau lebendig gibt, |
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doch leider fehlte ihm der Hauch |
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Und hatten sie auch viele Kinder, |
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die er dann auch so innig liebt. |
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des Lebens, was sein Herz |
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er liebte sie auch dann nicht minder. |
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"Wozu 'ne echte?", dachte er, |
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sehr bald erfüllte mit viel Schmerz. |
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So sehr verfallen war er ihr - |
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"Die Meinige macht auch 'was her!" |
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Schon war er gar nicht mehr so froh |
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nun aber gut, jetzt reicht's auch mir. |
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und dachte sich sogleich: "Oho! |
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Wenn die doch nur lebendig wäre, |
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die, die ich so sehr begehre!" |
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Genia Juschkewitsch, 11 c |