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Also ließ ich mich eines Tages, es war inzwischen Winter 99, überreden - ich dachte, vielleicht fällt man ja mit dem roten Einband und unserer Schüler-Lehrer-Geschichte doch bei irgendeinem Verlag auf, so dass sie es wenigstens lesen - und schickte die 8 oder 10 Exemplare, die ich für mich selbst zurückbehalten hatte, hinaus in die weite Welt, an alles, was zwischen Rowohlt, Goldmann, DTV und Suhrkamp auf dem Büchermarkt einen Namen hat, ein Verzeichnis aller Verlage (das ist ein dickes Buch!) hatte ich mir beim Buchhändler besorgt. Natürlich
kamen diese Bücherpakete zurück, wie erwartet, ungeöffnet
(wie bei Goldmann), mit einem vorformulierten Anschreiben dabei: "...
müssen Ihnen jedoch mitteilen, dass es für eine Veröffentlichung
im Programm unseres Hauses nicht in Frage kommt" (wie bei S.Fischer),
oder sogar mit persönlich formulierten, netten Schreiben, die deutlich
machten, dass das Buch, zumindest teilweise, gelesen worden war, mit Tipps
und Vorschlägen dabei (Inhaltsangabe oder Exposé dazulegen,
ins Internet stellen etc.; z.B. bei Kiepenheuer & Witsch). Ich sammelte
diese Rückantworten in einem Aktenhefter. Matthias Bischoff - der Name des Mannes, der "uns entdeckt" hat und dem ich folglich unendlich dankbar bin ... sonderbar sowieso, und sehr schön, wenn so etwas "Anonymes" wie ein Verlag plötzlich am Telefon Stimmen und später Gesichter kriegt, zu realen Menschen wird ... Ich glaube, an
dem Abend war mir schlecht vor Aufregung. |
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| PRESSE
UND ALLE ANDEREN BALTENSTEIN-LINKS AUF EINER SEITE |
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Kompletter Download
der Baltenstein-Story, |
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| Matthias Bischoff,
Cheflektor bei Eichborn, der Mann, der unser Buch entdeckt hat ... |
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Kurz darauf kriegte
ich wieder einen Anruf: "Ich komme nächste Woche nach Berlin.
Können wir uns treffen?" Wir sprachen lange miteinander. Es stellte sich heraus, dass inzwischen nicht nur er den Text gelesen hatte, sondern er hatte mehrere Ausdrucke gemacht, und so hatten ihn bereits mehrere andere im Verlag "probe-gegengelesen" , und die waren alle genauso gespannt und begeistert gewesen wie er, und die Entscheidung, das Buch anzunehmen und zu "bringen", war nach Abstimmung einstimmig und endgültig gefallen - die machen das bei Eichborn generell so - vieles läuft da für einen Betrieb wie einen Verlag ungewöhnlich demokratisch ab. Wesentlich war
aber noch, sagte er mir dabei, die "Gegenleser" hatten von ihm
ein neutrales Manuskript gekriegt, von dem sie nicht wußten, wer
es geschrieben hatte. Auch das sei übliche Technik, um vorurteilsloses
Lesen zu ermöglichen. Und momentan müsse man eben noch ein Geheimnis
um die Autorenschaft machen. Er ist ein sehr netter Mensch, aber es ging
darum, bestimmte Bedingungen zu akzeptieren. Die gefielen mir zwar nicht,
aber die Alternative stellte sich ganz einfach dar: Dann würde es
kein Buch geben. |
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| Simone Kreuzberger, "meine" Lektorin | |||||||||||||||||||||||||
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Man muß sich das so vorstellen, dass es die ganze Zeit einen regelmäßigen Telefon- und e-mail-Kontakt hin und her gibt, Pakete mit den "Druck-Fahnen", Weihnachtsgrüße sowieso - man feilscht um einzelne Formulierungen, muss pausenlos erneut korrekturlesen, Gegenvorschläge am Rand eintragen, Begründungen für Änderungs- bzw. Rückänderungswünsche dazuschreiben, aber - und auch das muss ich unbedingt anmerken - der Tonfall blieb trotz der harten Arbeit und des ganzen Stress' die ganze Zeit über einzigartig reizend und sympathisch. Vielleicht hatten wir aber auch nur besonderes Glück mit dem Eichborn-Verlag? Einmal - es war
zu spät für den Paketdienst - raste ich mit dem Auto über
Nacht selber nach Frankfurt und zurück, um Druckfahnen noch termingerecht
dorthin zu bringen. Die Druckerei wartete ... Ich schickte das nach Frankfurt, und Herr Bischoff mailte wörtlich zurück - ich habe es mir gemerkt, weil es mich amüsiert hat: "Wir haben hier begeistert aufgestöhnt - genauso machen wir's." Die Autorenvita
Baltenstein, sehr gekürzt, das ist der Text, der sich jetzt auf der
hinteren Innenklappe des Buchumschlags findet, den, ein halbes Jahr lang,
bis zur Aufklärung durch den STERN, die Käufer des Buches und
die meisten der Rezensenten in Zeitung und Rundfunk geglaubt haben. Natürlich
waren einige Zeitungen und Rundfunksender von Anfang an misstrauisch gewesen
und hatten gewissermaßen augenzwinkernd ein großes Fragezeichen
hinter den Baltensteinschen Namen gesetzt. Sehr aufregend
fand ich, ehrlich gesagt, Anfang Mai 2002 dann den Moment, als mir von
Eichborn ein Umschlag mit einem weißen DIN A 4-Blatt ins Haus geschickt
wurde - mit dem Tintenstrahlerausdruck des künftigen Titelblattes.
Zum ersten Mal hatte ich da jenen Anblick (vgl. links), den ich inzwischen
so unendlich oft in Bücherläden oder Zeitungen oder im Internet
gehabt habe: unseren Buchdeckel, der von Christina Hucke, einer Grafikerin
und Künstlerin im Hause Eichborn gestaltet worden war - und der in
der Zeit seither für mich so etwas wie "das Markenzeichen"
unseres Buches geworden ist. Ich finde besonders die Schrifttype des Titels
unglaublich gelungen. |
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"Dorothea Sophie Baltenstein"
(um 1910)
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| Christina Hucke, Umschlaggestaltung | |||||||||||||||||||||||||
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Dann kam Mitte Mai der Augenblick, da hielt ich schon wieder ein Paket von Eichborn in den Händen, sehr dick, Herzklopfen verursachend, es enthielt mein erstes Beleg-Exemplar des fertigen Buches, begleitet von einer bezaubernden Karte von Frau Kreuzberger. Wie sich das anfühlte, wie sich das blätterte, wie es roch ... das kann ich nicht beschreiben ... Zum gleichen Zeitpunkt war das Buch an ein paar 100 Buchhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegangen, die so die Möglichkeit hatten, es vorher zu lesen und kennen- und evtl. liebenzulernen. Etliche von denen - und die lesen ja nun andauernd Bücher - schrieben dem Eichborn-Verlag begeisterte Briefe zurück. Die kann man heute noch auf der Homepage des Eichbornverlages bewundern. Und der Eichborn-Verlag,
der zur gleichen Zeit über 100 weitere Titel herausgebracht hatte,
schaltete ausschließlich mit unserem Buch und diesen rücklaufenden
Urteilen der Buchhändler im Juni eine doppelseitige Anzeige im "Börsenblatt
des deutschen Buchhandels", der Fachzeitschrift der deutschen Buchhändler. So weit, so gut - mit dem 1. Juli 2002 kam der große Moment ... und mit ihm begann die eigentlich aufregende Zeit. Frau Dorothea S. Baltenstein erschien im Lichte der Öffentlichkeit. Denn seither ist das Buch im deutschsprachigen Buchhandel erhältlich, inhaltlich, wie gesagt, in einer Form, mit der ich sehr gut leben kann, äußerlich sowieso: als edel gebundene Ausgabe in Leinen mit Schutzumschlag. Im Buchhandel
erhältlich heißt, dass es in allen Buchläden und Kaufhäusern
in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorhanden ist, und wenn
es nicht vorrätig ist, geht der Buchhändler an seinen Computer
und kann es zum nächsten Tag bestellen. Manchmal liegt es in Stapeln
auf Präsentationstischen aus (ich habe es bei Hugendubel am Zoo neben
Donna Leon liegend erblickt - wir Frauen eben), im KaDeWe steht es nur
im Regal. Bekannte von mir haben es in Münster im Schaufenster gesehen
und in Freiburg und in Frankfurt, Schaufensterdekoration war es auch in
einer kleinen Buchhandlung gegenüber vom S-Bahnhof Lichterfelde-West.
Wer den "realen" Buchhandel scheut - was schade wäre und
der Branche schadet! - kann es auch im Internet bei allen einschlägigen
Online-Händlern bestellen. Annemarie Stoltenberg, eine bekannte Literaturwissenschaftlerin und NDR-Journalistin, hatte das Buch gelesen, es hatte auch ihr sehr gut gefallen, aber sie hatte, wie andere zuvor, tiefes Misstrauen gegen Frau Baltenstein gefasst - und den Stern darauf angesetzt. Und der tat nun das, was gute Journalisten manchmal tun: Sie blufften. Sie riefen bei Eichborn an und fragten, hallo, hier ist der STERN, ob ich mich denn schon wegen der Aufklärung der Baltenstein-Geschichte gemeldet hätte. Ich hätte das so gestern abend beim Bier mit XY (einem Eichborn bekannten Journalisten) ausgekungelt. Die Presseabteilung, zu Tode erschrocken, sagte: "Da müssen wir erst mal Rücksprache mit der Geschäftsleitung halten - wir melden uns wieder" (was ja de facto bereits ein Eingeständnis war). Nun lag die Sache so: Eichborn war im Grunde sehr froh, endlich mit der "Schwindelei" aufhören zu können, und sie sagten sich, eh am Ende noch die BILD-Zeitung darauf käme, sollte lieber der STERN die Geschichte haben. Und sie bekamen sie. Der betreffende Journalist sagte mir zunächst am Telefon, die Geschichte sei zu nett, telefonisch wolle er das nicht machen, er würde nach Berlin kommen. Und er kam - extra mit dem Auto aus Hamburg zu mir nach Heiligensee - und es war - unglaublich - Michael Seufert, der da kam, sehr erfolgreicher Autor ("Die Kampagne", "Die Pillendreher" u.a.), und vor allem war er niemand anders als der Ex-stellvertretende Chefredakteur vom STERN. Gottseidank wusste ich das alles noch nicht, als er mir da bei mir zu Haus am Tisch gegenübersaß, ein sehr sympathischer, kultivierter Herr, der sich sehr profimäßig (und mit einer absolut beneidenswerten Handschrift!!) zwei Stunden lang Notizen machte und mit dem sich zu unterhalten schlicht eine reine Freude war,- sonst wäre ich sicher total eingeschüchtert und gehemmt gewesen. Dann fuhr er nach Hamburg zurück. An einem der nächsten Tage kam noch ein (ebenfalls sehr, sehr freundliches!) Team mit dem Zug und schwerem Gepäck aus Hamburg und machte das Foto auf der Zitadelle. Diese shooting session - ich kann das von meiner eigenen Filmerei her, glaube ich, ganz gut beurteilen - sah vom technischen Aufwand her ungefähr so aus, als ob sie den Emir von Brunei oder wenigstens den Außenminister zu fotografieren hätten ... jedenfalls blieben die vorbeikommenden Leute stehen und staunten ... Als Folge dieses STERN-Artikels gab es erst mal einen Artikel die ganze linke Spalte herunter auf der Titelseite der BERLINER ZEITUNG, darauf folgten Anfang Januar 2003 die "FRANKFURTER RUNDSCHAU" mit einer halben Seite (Riesenartikel) und Hinweis am Kopf der Titelseite, diverse andere Zeitungen, Radio- und Fernsehsender hängten sich an (siehe Presse danach), bis hin zum "heute-Journal" des ZDF, das in einem Vier-Minuten-Beitrag sehr, sehr positiv über unser Buch berichtete ... Der Schulleitung wurde es irgendwann zu viel, wenn wieder ein Kamerateam in der Schule auftauchte ... Im Februar 2003 erreichte "Vier Tage währt die Nacht" (gegen eine Konkurrenz von 90.000 Neuerscheinungen und über 250.000 weiteren vorhandenen Titeln auf dem deutschen Buchmarkt) einen sehr ehrenvollen 49. Platz auf der Liste der erfolgreichsten deutschen Bücher. Im Juli 2003 wurden "Vier Tage währt die Nacht" und der Vorläufer "Pegasus" in das Deutsche Nationalarchiv in Marbach aufgenommen (!) und haben damit das erreicht, was man vermutlich wirklich den Olymp der deutschen Literatur nennen kann. Und im Dezember 2002 hat der Rowohlt-Verlag vom Eichborn-Verlag für eine geradezu unglaubliche Summe die Taschenbuchrechte gekauft. Im März 2004 erschien das Buch zur Leipziger Buchmesse bei rororo als eines der vier "Bücher des Monats" (aber als einziges belletristisches Werk) und stürmte bereits innerhalb der ersten Tage z.B. bei amazon.de einen der vorderen Verkaufsplätze. Und nun? Gelegentlich lädt
man uns (die vier Mädchen, die seit Jahren das Abitur gemacht haben,
und mich, den Lehrer) zu Lesungen ein. Dann lesen wir aus unserem Buch
vor, wie z.B. im März 2004 an einem so weit entfernten Platz wie
Garmisch-Partenkirchen - eine herrliche Kurzreise am Wochenende. Ein Ex-Unterrichtsprojekt der Bülow-Schule ... |
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Die betreffende Eichborn-Seite mit den Buchhändler-Kommentaren Die aktuelle Eichborn-HP-Grundseite
Dussmann-Werbung Friedrichstraße für unser Buch (September 2002)
Als
Schaufensterdekoration am
Rundfunk- und Presse-Rezensionen Sommer/Herbst 2002 bis zur "Enthüllung"
Herbst-Buchmesse
in Frankfurt Die
"Baltenstein"-Sendung auf Antenne Brandenburg in der Reihe
Die
aktuelle google-Seite ("baltenstein" als Begriff eingeben!) Raiffeisen-Werbung Österreich für unser Buch vom August 2002 Universitätsbibliothek Innsbruck Buchtipp im Schweizer Magazin FACTS und Baltenstein auf der Schweizer Bestsellerliste German
Book Center New York Die
Stern-Enthüllungsseite Anfang
und Ende im Vergleich: |
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ZDF-Kamerateam in der Schule Spiegel-Bestsellerliste vom Februar 2003 mit dem "sensationellen" 49. Platz |
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| Das Taschenbuch | |||||||||||||||||||||||||
| Das Garmisch-Partenkirchen-Abenteuer | |||||||||||||||||||||||||
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