Geschichte vor Ort
Beim Thema deutsche Nachkriegsgeschichte mussten jeweils zwei Schüler eine Station vorbereiten und darüber ein Referat halten. Die wichtigsten Stichpunkte wurden auf Karteikarten festgehalten. Außerdem gab es zu jedem Thema einen kurzen Film. Dann sind wir drei Tage lang durch die Stadt gezogen, um die Originalschauplätze zu besuchen. Unterwegs musste dabei fleißig gelernt werden. Jeder sollte über jedes Thema nur mit Hilfe weniger Stichworte möglichst frei erzählen können.
Besonders interessant war, dass zahlreiche Fahrgäste oder Passanten sich beteiligten und aus ihrem eigenen Erleben berichteten.





1945 Potsdamer Abkommen - Cecilienhof, Potsdam
In diesem Gebäude fand die Potsdamer Konferenz statt. Die Teilnehmer, Truman (USA), Stalin (UdSSR) und Churchill (Grobritannien) hatten sich dort getroffen, um über die Zukunft Deutschlands zu entscheiden. Deutschland sollte in vier Besatzungszonen aufgeteilt werden. Frankreich, USA und Grobritannien verwalteten den Westteil Deutschlands und die UdSSR die Osthälfte. Auch Berlin wurde in Besatzungssektoren unterteilt. Die Siegermächte hatten unter anderem beschlossen, Deutschland zu entmilitarisieren und alle führenden Nazis zu verhaften. Außerdem musste jeder Deutsche nachweisen, dass er nicht an den Verbrechen der Nazis beteiligt war. Die Siegermächte wollten weiterhin die gemeinsame Verantwortung für Deutschland übernehmen.



1948 Berliner Blockade - Platz der Luftbrücke
Da West-Berlin mitten in der sowjetisch besetzten Zone lag, war die UdSSR dagegen, hier auch die Westmark einzuführen. Während der Berliner Blockade (1948/49), die durch die Sowjetunion errichtet wurde, musste Berlin mit Flugzeugen versorgt werden. Es landeten alle 2-3 Minuten Hilfsflugzeuge (Rosinenbomber) der Westalliierten, die Westberlin aus der Luft mit allem Lebenswichtigem versorgten. Dies dauerte ca. 11 Monate. Der damalige Bürgermeister, Ernst Reuter, hatte seinen Bürgern immer Mut gemacht. Das Denkmal auf dem Foto wird auch als Hungerharke bezeichnet.

17. Juni 1953 - Karl-Marx-Allee
Auf diesen Foto sieht man die ehemalige Stalinallee. An diesem Ort wurde am 16.Juni 1953 ein großer Protest veranstaltet. Die Regierung hatte beschlossen, dass die Arbeiter mehr arbeiten, aber nicht mehr Geld kriegen sollten. Das empörte viele Bürger. Bis zum nächsten Tage hatten sich die Proteste im ganzen Land verbreitet. Es zeigte sich eine große Unzufriedenheit mit dem gesamten Regime in der DDR. Schließlich setzte die UdSSR Panzer ein und schlug den Aufstand nieder. Bei diesen Aufständen wurden viele Menschen verletzt oder sogar getötet.





13. August 1961 - Bernauer Straße
Die wirtschaftliche Situation war in der DDR viel schlechter als in der BRD. Außerdem gab es keine politische Freiheit. Deshalb sind viele Bürger über West-Berlin in die BRD geflohen. Um zu verhindern, dass die Bürger ihren Staat verlassen, ließ die Regierung der DDR mitten durch Berlin eine Mauer bauen. Dadurch war West-Berlin ringsherum eingeschlossen. Jeglicher Kontakt zwischen den Menschen in der Stadt war für lange Zeit unterbrochen. Die Mauer bestand aus zwei Betonmauern, Gräben und einem Todesstreifen. Es wurde auf jeden Flüchtling geschossen, der versuchte über die Grenze zu kommen.

1947 - 1990 Kalter Krieg - Teufelsberg
Dieses Foto haben wir vom Steglitzer Kreisel aus gemacht. Man sieht von hier die Gebäude auf dem Teufelsberg in denen die Amerikaner ihre Abhör- und Spionageanlagen aufgestellt hatten. Im Kalten Krieg versuchte jede der beiden Supermächte USA und UdSSR die Kontrolle über möglichst große Teile der Welt zu bekommen. Dabei wurden so viele Atomwaffen hergestellt, dass jede Seite in der Lage war, das Leben auf der Erde 2000 mal zu vernichten.





1963: Kenndy-Besuch - Rathaus Schöneberg
1963 kam John F. Kennedy nach West-Berlin. Dies war eines der größten und für die West-Berliner freudigsten Ereignisse während der Zeit des Kalten Krieges. 400.000 Menschen waren gekommen, um sich seine Rede anzuhören. Von dem Balkon des Schöneberger Rathauses aus hat der amerikanische Präsident seine weitere Unterstützung versprochen und den berühmten Satz gesagt: „Ich bin ein Berliner“.

1968 Studentenbewegung Bismarckstraße
An der deutschen Oper fand eine große Demonstration der Studentenbewegung gegen den Schah von Persien statt. Dabei wurde der Student Benno Ohnesorg erschossen. Danach bewaffneten sich einige der Studenten und gründeten die sogenannte „Rote Armee Fraktion“ um den Staat auf diese Weise zu verändern. Mitglieder der „RAF“ entführten und ermordeten wichtige Industrielle der BRD. Die meisten Studenten versuchten auf friedlichem Wege, mehr Demokratie in ihren Ländern (USA, Frankreich, England usw.) zu erreichen.







DDR, Anfang der 70er Jahre - Alexanderplatz
Die DDR hatte während der 70er Jahre bessere wirtschaftliche Bedingungen und zeigte ihre Erfolge durch große Bauten wie den Fernsehturm, das Nikolaiviertel und den Palast der Republik. Um neue Häuser zu bauen wurden meistens Fertigbauteile benutzt (Plattenbauten). Die Restaurierung alter Häuser wurde stark vernachlässigt.



9.11.1989 Fall der Mauer - Niederkirchner Straße:
Auf diesen Bild kann man ein Stück der Original - Berliner Mauer sehen. Die Mauer trennte Ost und West. Nachdem die Mauer gefallen ist haben sich verschiedene Menschen gedacht, dass sie sich ein Stück Mauer als Andenken abklopfen und mitnehmen könnten. Diese Menschen nannte man „Mauerspechte“.





3.10.1990 Wiedervereinigung
Links ist das Brandenburger Tor, rechts ist das Reichstagsgebäude, in dem sich das deutsche Parlament versammelt. Beide Gebäude sind Wahrzeichen für die deutsche Einheit.