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Fliegen ohne Motor
Es ist schon komisch, wenn wir Papierflieger im Unterricht bauen und werfen dürfen. Noch eigenartiger ist es, wenn wir Versuche mit warmer Luft machen und plötzlich eine Münze vom Flaschenhals springt. Wir haben auch Fallschirme aus Serviettenpapier hergestellt und eine Büroklammer als Gewicht drangehängt. Dann ließen wir unsere Fallschirme aus dem 2. Stock gleiten. Einige waren mehr als eine halbe Minute unterwegs!
Dann bauten wir aus Seidenpapier Ballons, die mit heißer Luft fliegen sollten. Das war schwerer, als es aussah. Denn die 6 mal 2 Bahnen, die dafür nötig waren, mussten erst einmal sorgfältig gefaltet werden. Dann legten wir sie genau übereinander und klammerten sie an den Faltstellen fest. Nun mussten die vorgesehene Form mit einem Bleistift abgetragen und alle 12 Lagen genau geschnitten wer-den. Dann kam die Klebearbeit: Die 6 Doppelbahnen wurden an den Schnittstellen nacheinander verklebt, bis alle 6 die Form eines Ballons bildeten. Dabei ging eine menge Klebstoff drauf. Schließlich kam noch ein kleiner Drahtring unten an die Öffnung und fertig war der Ballon- oder doch nicht? Wir mussten noch oben an der schmalsten Stelle alles gut verkleben und kontrollieren, ob nicht doch noch eine undichte Stelle im Papier war.
Während der restlichen Zeit bauten wir Bumerangs. Wir schnitten ein finnisches Holzstück mit einer Laubsäge aus zur Form eines Bumerangs. Das Holz hat viele dünne Schichten und ist besonders leicht. Dann schliffen wir mit 80-er Schleifpapier das Holz zur Form eines Flügels. Als wir damit fertig waren und Herr Seidel die Werkstücke für gut befunden hatte, hat er die Bumerang farbig angesprüht.
Am 2. März ist unsere Klasse dann nach Marienfelde auf ein großes Feld gefahren und hat mit den Ballons und den Bumerangs Flugversuche gemacht. Leider war das Wetter furchtbar. Es stürmte sehr heftig, so dass die Ballons eigentlich gar nicht fliegen konnten. Aber ein Ballon ist doch rund 200 m weit geflogen. Die Bumerangs flogen eigentlich recht gut, aber es war bei dem Seitenwind nicht möglich, sie zum Kreisflug zu bekommen. Es blieb nicht aus, dass einige so weit flogen, dass wir sie lange suchen mussten. Einer landete sogar hinter einem großen Zaun bei IBM. Aber wir durften uns ihn wiederholen!
Die Arbeiten haben Spaß gemacht. Besonders die Flugversuche auf dem Schulhof waren witzig, weil der Gewinner etwas Süßes bekam. Auf dem Sportplatz haben wir noch unsere Papierflieger gestartet. Einer flog fast bis zur anderen Seite, also mehr als 30 m weit. Eine Taube konnte sich beinahe 10 Sekunden in der Luft halten!
Bei diesem Projekt haben wir auch noch die Geschichte der Flugversuche mit Dädalus und Ikarus (vor etwa 4000 Jahren), mit dem Schneider von Ulm und mit Otto Lilienthal kennen gelernt. In einem Film haben wir Zeppeline und das grausame Unglück von 1937 gesehen. Wir haben gelernt, wie ein Flugzeug und ein Hubschrauber fliegen und das Prinzip anschließend gezeichnet. Dann haben wir noch einige Filme gesehen, die uns das Fliegen veranschaulichten. Am besten war aber der Spielfilm Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten. Aber die anderen Filme waren auch nicht schlecht. Vielleicht hat das Projekt euch auch gefallen?
Viele Fragen blieben trotzdem noch offen:
Wie schafft der Jumbo den Weg durch die dünne Luft, ohne abzustürzen? Warum haben Vögel so wenig Probleme beim Fliegen?
Wie viele Stunden kann sich ein Hubschrauber in der Luft halten?
Was muss man machen, um einen Gasballon zu lenken?
Robert 7.3 |