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Zum Selbstverständnis der Informatik
Das
Wort »Informatik« wurde 1968 vom damaligen Bundesforschungsminister Stoltenberg
anlässlich der Eröffnung einer Tagung in Berlin verwendet. Mit Informatik wurde
dabei der wissenschaftliche Hintergrund eines Forschungsprogrammes des Bundes
auf dem Gebiet Datenverarbeitung bezeichnet.
1967
war in Frankreich das Wort »informatique« aufgekommen und hat sich inzwischen
auch im Holländischen (informatika), Italienischen (informatica), Polnischen
(informatyka), Tschechischen und Russischen eingebürgert. In den Vereinigten
Staaten entstand Anfang der 60er Jahre der Ausdruck »computer science«. Teilweise scheint sich sowohl im Angelsächsischen (informatics) als
auch im internationalen Gebrauch der Wortstamm »Informatik« durchzusetzen.
Die Informatik ist eine neuartige Wissenschaft:
- Die Hauptprodukte der Informatik - die Softwaresysteme - sind nicht materiell, im Unterschied zu den traditionellen Ingenieurswissenschaften.
- Die Produkte der Informatik sind im allgemeinen erst in Verbindung mit materiellen Objekten nutzbar.
- Die Informatik ist potentielle - und meist auch tatsächliche - Kooperationspartnerin für jede Wissenschaft und jeder Sparte praktische Tätigkeiten.
Zum Selbstverständnis der Informatik gibt es sehr unterschiedliche Positionen.
Der Gegenstandsbereich der Informatik ist vielschichtig. Mindestens vier
miteinander eng verzahnte Schichten gehören dazu
- Hardware,
- Software,
- Organisationsstrukturen,
- Benutzer und Anwender.
Basierend auf einem eng gefassten Informatikbegriff
definiert die »Gesellschaft für Informatik«
den Gegenstandsbereich folgendermaßen:
»Die Informatik befasst sich (daher) mit
- den Strukturen, den Eigenschaften und den Beschreibungsmöglichkeiten von
Information und Informationsverarbeitung,
- mit dem Aufbau, der Arbeitsweise und den Konstruktionsprinzipien von
Rechnersystemen,
- mit der Entwicklung sowohl experimenteller als auch produktorientierter informationsverarbeitender Systeme moderner Konzeption
- mit den Möglichkeiten der Strukturierung, der Formalisierung und der
Mathematisierung von Anwendungsgebieten in Form spezieller Modelle und
Simulationen und
- mit der ingenieurmäßigen Entwicklung von Softwaresystemen für verschiedenste
Anwendungsbereiche unter besonderer Berücksichtigung der hohen Anpassungsfähigkeit
und der Mensch-Computer-Interaktion solcher Systeme.«
Die Informatik gliedert sich in die Teilbereiche
- Kerninformatik und
- Angewandte Informatik.
 nach Balzert: Grundlagen der Informatik
Die Kerninformatik beschäftigt sich mit den zentralen
Forschungsgebieten der Informatik. Unter »Angewandter Informatik« versteht man
Anwendungen von Methoden der Kerninformatik in anderen Fachwissenschaften.
Schwerpunktbildungen innerhalb der Kerninformatik führen zu den
Teilgebieten
- Theoretische Informatik,
- Praktische Informatik und
- Technische Informatik.
Informatik - ein bekanntes unbekanntes Wesen? - Informationen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
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